Kaputte Half Pipe:

Skaterbahn steht auf der Kippe

Der Mini-Skaterpark hinter dem Prenzlauer Bürgerhaus ist baufällig. Anstatt ihn zu erneuern, will die Stadt die Anlage abreißen. Die Jugendlichen nehmen dieses nicht kommentarlos hin.

Die Tricks von Torben Wolfram (14, links), Tony Wöhnert (23, Mitte) und Ricardo Ludwig (15) auf der Skaterbahn am Bürgerhaus sind bald vorbei. Die baufällige Anlage soll abgerissen werden.
Benjamin Vorhölter Die Tricks von Torben Wolfram (14, links), Tony Wöhnert (23, Mitte) und Ricardo Ludwig (15) auf der Skaterbahn am Bürgerhaus sind bald vorbei. Die baufällige Anlage soll abgerissen werden.

Die Half Pipe am Bürgerhaus ist instabil. Die Bretter sind feucht vom Regen. Gut 15 Jahre haben sie die stählernde Rampe in Form einer halbierten Röhre getragen. Allmählich wird die Holzkonstruktion morscher und unsicherer. Aus der rechten Holzwand klaffen bereits tiefe Risse.  Die Stadt Prenzlau will die baufällige Anlage abreißen. Das bestätigte die Stadtverwaltung gegenüber dem Uckermark Kurier. „Die Entscheidung wurde aufgrund der ständig wiederkehrenden Beschädigungen an der Skateranlage getroffen, teilt die Stadt mit. Für Raiko Vorbringer ist das noch nachvollziehbar. Schließlich stelle die baufällige Skateranlage ein Sicherheitsrisiko für die Kinder und Jugendlichen dar, sagt der Sozialpädagoge. Aber die Jugendlichen hängen an ihrem  Skatepark hinter dem Bürgerhaus. „Das ist das Wohnzimmer der Kids“, erläutert der Leiter des Jugendhauses Puzzle.

Stadt Prenzlau verweist auf den Stadtpark

Wo sollen die jungen Leute nun hin, wenn ihre „gute Stube“ eingerissen wird? Die Stadt Prenzlau verweist auf den Stadtpark. Denn dort stehe bereits eine intakte und teuer modernisierte Anlage, eine Half Pipe mit stabiler Stahlkonstruktion. Außerdem seien aus Sicht der Stadtverwaltung die Kosten für den alsbaldigen Neubau der Skateranlage hinter dem Bürgerhaus sehr hoch. „Wir wollen nicht in den Stadtpark. Wenn wir dort abhängen, regen sich ehe nur die Leute auf, weil sie dann nicht ihre Ruhe haben“, argumentiert Dayenne Mader. Die 16-jährige Prenzlauerin will wie ihre Freunde auf keinen Fall auf die Skateranlage hinter dem Bürgerhaus verzichten. „Hier sind wir groß geworden. Hier stören wir keinen. Wir lassen uns nicht vertreiben“, pflichtet ihr Tony Wöhnert bei. 

Jugendhaus-Leiter ist gegen Stadt-Pläne

Der 23-jährige BMX-Fan verbringt seine Freizeit sehr gern auf der Rampe hinter dem Bürgerhaus. Dort trifft er sich regelmäßig mit seinen Freunden und mit Raiko Vorbringer. Dem Leiter des Jugendhauses Puzzle gefällt die Idee ebenfalls nicht, dass die jungen Leute zum Skaten oder BMX-Fahren in Zukunft in den Stadtpark müssen. Dann werde es für ihn schwieriger mit ihnen zu arbeiten. „Für gute Jugendarbeit muss ich Kontakt zu den Jugendlichen aufbauen. Deshalb ist es wichtig, dass die Kinder am Wohnort bleiben und nicht auseinander gerissen werden“, meint Vorbringer.

Teenies wollen Anlage selbst in Schuss halten

Die Jugendlichen haben ein Bedürfnis, dass ihre Skateranlage im Viertel erhalten bleibt. Das sieht Michael Steffen ähnlich. Er erinnert sich noch gut daran, als die Skateranlage vor 15 Jahren hinter dem Bürgerhaus aufgebaut wurde. „Es ist ganz wichtig, dass es im Wohnheim einen Anlaufpunkt mit pädagogischer Anleitung gibt. Wenn die Kinder in den Stadtpark müssen, bricht das zusammen“, so Steffen. Der Stadtpolitiker will das Thema im Bildungs- und Kulturausschuss zur Sprache bringen.

Und die Jugendlichen sind bereit, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. „Wir versprechen, unsere Anlage in Schuss zu halten und sie nicht zu demolieren“, sagt Nicole Müller, die sich mit ihren Freunden für den Bestand der Skaterrampe einsetzt.

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