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Sohn muss Mutter an der Tür "freikaufen"

Wehe dem, der sich aus der Wohnung oder dem Haus ausschließt. Oder dem der Schlüssel abbricht... So ein Malheur kann richtig ins Geld gehen, denn dubiose Schlüsseldienste arbeiten mit immer übleren Methoden. Das hat auch Marita Pohl erfahren.

Mit diesem zerbrochenen Schlüssel fing der Ärger an.
Claudia Marsal Mit diesem zerbrochenen Schlüssel fing der Ärger an.

Ausgerechnet in der Neujahrsnacht bricht Marita Pohls Wohnungsschlüssel ab. Da ist guter Rat teuer.  Nach langer Suche findet die Prenzlauerin im Internet dann doch noch einen Schlüsseldienst, der Festtagsbereitschaft hat. Aber wenn die 50-Jährige gewusst hätte, wie viel Kapital diese Firma aus ihrer Not schlagen würde - sie hätte die Tür zu gelassen. Denn es wurde sauteuer und es gab viele Ungereimtheiten. Laut Interneteintrag hat das Unternehmen seinen Sitz in der Brüssower Allee 91. „Wir hätten stutzig werden müssen, als uns der Mann am anderen Ende der Leitung nach der Postleitzahl von Prenzlau fragte“, sagt sie selbstkritisch.

Letztlich wartete sie dann über eine Stunde auf Hilfe und musste knapp 400 Euro in bar berappen. Darin enthalten unter anderem 169 Euro Einsatzpauschale, 95 Euro Spätzuschlag und 39,90 Euro Fahrpauschale. Viel mehr, als die ortsansässigen Dienste verlangt hätten.

Diese Summe hatte Marita Pohl an ihrem schicksalhaften Aussprerrtag natürlich nicht im Haus. Also fuhr ihr Sohn heim und holte seine Ersparnisse, die er für seine Hochzet zur Seite gelegt hatte, um der Mama zu helfen. Bei der Erinnerung daran schießen Marita Pohl die Tränen in die Augen. Sie schäme sich so sehr... „Aber wer hat denn damit rechnen können, dass ich so übers Ohr gehauen werde?“ Marita Pohl hat sich entschieden, die Sache nicht auf sich beruhen zu lassen. Sie wird die Firma, deren Mitarbeiter mit einem weißen Kleinwagen mit polnischem Kennzeichen erschienen war, anzeigen.