Chaos:

Spur der Verwüstung zieht sich durch die Stadt

Zum Jahreswechsel fegt abermals ein selbstgemachter „Hurrikan“ über Prenzlau hinweg. Straßen und Plätze gleichen einer Müllhalde. Die Räumkommandos werden sehnsüchtig erwartet.

Auch auf dem Marktberg hatten die Böllerfans ihre Überreste selbstverständlich liegen lassen.
Claudia Marsal Auch auf dem Marktberg hatten die Böllerfans ihre Überreste selbstverständlich liegen lassen.

In Prenzlau ist es – wie wohl überall – strikt verboten, Müll auf die Straße zu werfen. Wer einen Kaffeebecher, Zigarettenkippen oder Tempotaschentücher „verliert“, kassiert ein Ordnungsgeld. Dafür schickt die Kommune sogar Politessen in Zivil los. Keine schlechte Idee, schließlich will das Rathaus eine saubere Stadt garantieren. Das gelingt mittlerweile schon ganz gut.

Einzige Ausnahme: der Jahreswechsel, auch diesmal herrschte in den ersten beiden Tagen 2014 wieder das blanke Chaos. Während in den meisten Dörfern ringsum die Bewohner bereits am Neujahrsmorgen für Ordnung gesorgt hatten, harrten viele Prenzlauer in gewohnter Weise nach der Devise „Nach mir die Sintflut“ aus.

Der Zustand der Straßen, Plätze und Grünanlagen spottete jeder Beschreibung. Darin waren sich vermutlich auch alle einig, denn vor allem in den Neubaublöcken zeugten „Fensterbeobachter“ davon, dass die Räumkommandos am 2. Januar schon sehnsüchtig erwartet wurden. Männer wie Reimo Himmstädt und Heinz Klein machten sich im Dienste ihrer Firmen daran, den Dreck der anderen weg zu picken und ab zu fahren. Sie sammelten säckeweise Raketenreste, Kartons, Böllerschnipsel, kaputte Flaschen, zerbombte Papierkörbe, Scheibensplitter und sogar Kondome zusammen. Mitleidig beobachtet vor allem von der älteren Bevölkerung, die sich wehmütig an die DDR-Subbotniks nach Silvester erinnerte, wo es gang und gäbe war, dass die Hausgemeinschaften gemeinsam dem Unrat zu Leibe rückten. Aber wie gesagt, das war einmal. Derlei Verantwortungsbewusstsein war nur noch mancherorts zu spüren, beispielsweise in der Friedrichstraße. Und natürlich da, wo private Grundstücke zu finden sind.

Der Tipp der Redaktion an die Stadt für Silvester 2014: „Alle Ordnungsamtsmitarbeiter  in den Dienst versetzen und die Sache überwachen. Denn es kann nicht sein, dass man am 30. Dezember für eine weggeworfene Kippe bestraft wird und tags darauf straffrei ausgeht, wenn man eine Wagenladung Müll hinterlässt."

Oder ist das zu viel Reglementierung? Was meinen Sie, liebe Leser? Schreiben Ihre Meinung an:

c.marsal@uckermarkkurier.de

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Kommentare (1)

besser wäre es alle knallkörper die schmutz verursachen mit einem preisaufschlag von 500% zu belegen und diesen betrag den örtlichen reinigungsunternhemen und hausmeistern zu überlassen, das würde gerechte verteilung sein. wer spaß will muss eben auch dafür zahlen. zentrale feuerwerke würden auch reichen da kommt auch niemand zu schaden....