Widerstand gegen Investor:

Stramehl wehrt sich gegen Windräder

In der Uckermark rücken die Anlagen immer näher an die Wohngebiete heran. Jetzt will ein Investor aus Vorpommern einem uckermärkischen Dorf auf die Pelle rücken.

Die Windkraftanlagen von Neuenfeld sind auch von Stramehl aus zu sehen. Nach dem neuen Entwurf des Teilplans Wind soll auch dieser Bereich erweitert werden.
Monika Strehlow Die Windkraftanlagen von Neuenfeld sind auch von Stramehl aus zu sehen. Nach dem neuen Entwurf des Teilplans Wind soll auch dieser Bereich erweitert werden.

Geschlossen stellt sich das kleine Örtchen Stramehl in der Norduckermark gegen Pläne, zwei 180 Meter hohe Windkrafträder in seiner Gemarkung aufzustellen. Ein Investor aus dem vorpommerschen Fahrenwalde hatte im Zuge des Umweltprüfverfahrens um das Einvernehmen der zuständigen Stadt Brüssow ersucht - und war damit gescheitert. Rings um die Stadt wuchsen in den letzten Jahren immer neue Windfelder. 2011 schon hatte sich das Stadtparlament gegen neue Anlagen ausgesprochen.

Dabei handelt der Investor nach geltendem Recht. In der Uckermark dürfen die "Windspargel" noch immer bis zu 800 Meter entfernt von Wohnbauten errichtet werden. Grundlage ist ein Dokument der Regionalen Planungsgemeinschaft Uckermark-Barnim von 2004. Es wird erst ersetzt, wenn der neue Windplan-Entwurf von 2013 durch die Regionalversammlung beschlossen ist und anschließend von der Landesregierung genehmigt wird. Nach dem neuen Dokument müssen Windkraftanlagen 1000 Meter entfernt aufgebaut werden.

Bei Grünow werden gerade Windräder montiert

Stramehl ist nicht das einzige Beispiel dafür, wie Windkraftinvestoren noch ihre Chance nutzen. Auch bei Blindow rückten Windspargel dicht an die Gemeindegrenzen heran; bei Grünow werden sie gerade installiert.

Am 23. Juni wird sich der Planungsausschuss der Regionalen Planungsgemeinschaft mit den letzten der 51 Windeignungsgebiete beschäftigen. Nach heutigem Stand wird sich die Regionalversammlung als höchstes Gremium der Planungsgemeinschaft am 14. Dezember mit dem Teilplan Wind beschäftigen und vielleicht bestätigen.

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