Dauerärgernis B198:

Straßenbau bringt Leute auf die Barrikaden

Die Dauerbaustelle B 198 zwischen Prenzlau und Wolfshagen sorgt für wütende Anwohner. Beschwerden bei der Landesregierung halfen bisher nicht. Jetzt luden der Ortsvorsteher und die Bürgermeisterin den Ärger beim Bauherrn ab.

Seit dieser Woche wird auf der Strecke Richtung Wolfshagen wieder gearbeitet.
Monika Strehlow Seit dieser Woche wird auf der Strecke Richtung Wolfshagen wieder gearbeitet.

Proteste der Anwohner und eine Petiton an das Landesparlament haben den Wolfshagenern bisher nicht geholfen. Und auch nach der ersten Bauberatung nach dem Winter bleibt die Strecke vorerst voll gesperrt. Der Ort an der nördlichen Grenze zu Mecklenburg-Vorpommen bleibt mindestens bis zum Sommer von seinem heimatlichen Umland - der Uckermark und Brandenburg - abgeschnitten. Dafür nahmen am 4. März die Bürgermeisterin von Uckerland und der Wolfshagener Ortsvorsteher eine kleine Hoffnung aus der Bauberatung mit: Die Firma Arikon- Straßen- und Tiefbau GmbH sagte zu,  bis zum Wolfshagener Rosenfest am 10. Juli die Befahrbarkeit herrichten zu wollen. "Noch ein Rosenfest bei Vollsperrung, dann können wir gänzlich einpacken, dann stirbt diese 150 Jahre alte Tradition", schimpfte Ortsvorsteher Lothar Holzmeier an der Baustelle.

"Mit Eselskarren schneller und effektiver"

Vor fast einem dreiviertel Jahr hatte das Landesstraßenbauamt die Bundesstraße voll gesperrt und mit einem auf drei Jahre berechneten Sanierungsprojekt begonnen. Zwar wurde die Sanierung der maroden B 198 allgemein begrüßt. Doch sahen die Anwohner keinen wirklichen Fortschritt beim Ausbau. Schon im März 2014 hatte sich der Ortsbeirat an den Petitionsausschuss gewandt - und viel Verständnis, aber keine Hilfe als Antwort erhalten. Im Februar 2015 bat der Ortsbeirat den Landtag erneut um Hilfe. Die angekündigte Vollsperrung auf sieben Monate für den ersten Bauabschnitt sei längst überschritten und noch kein Ende der Bauzeit in Sicht. "Seit der 2. Kalenderwoche des Jahres 2015 ruhen die Arbeiten, obwohl bestes Bauwetter herrscht. Ich muss mir als Ortsvorsteher von meinen Mitbürgern sagen lassen, dass unsere Vorfahren vor 200 Jahren mit Eselskarren schneller und effektiver gearbeitet haben", heißt es in der zweiten Petition.

Asbest im alten Belag und instabiler Untergrund

Andreas Barnekow vom Landesbetrieb Straßenwesen in Eberswalde warb um Verständnis. Asbestfunde im alten Belag, instabile Gründungen des alten Straßendammes und anderes sorgten für Rückstand im Zeitplan. Kein Baugrundgutachten hätte den schwierigen Untergrund voraussehen können, der das Oberflächenwasser kaum ableitet, meinte der Bauüberwacher. Das sei auch einer der Gründe, warum die Firma trotz milden Winters zu Jahresbeginn abziehen musste.

Bis zur nächsten Bauberatung am 11. März wollen der Landesbetrieb und die Firmen den Zeitplan überarbeiten.