Investor verunsichert:

Streit um Hühnerställe schreckt ab

In der Gemeinde Nordwestuckermark soll eine weitere Freilandanlage für Legehennen gebaut werden. Doch der Landwirt zögert, über sein Projekt zu sprechen.

In der Uckermark schwelt der Streit um neue Legehennen-Anlagen.
Monika Strehlow In der Uckermark schwelt der Streit um neue Legehennen-Anlagen.

Wernfred Weiß ist ein erfahrener Landwirt, der von 200 Rindern und 390 Hektar Acker- und Grünland lebt. Zurzeit beschäftigt er vier Leute. Es könnten noch zwei mehr werden, wenn seine neue Investition erfolgreich wird. Doch mit den Plänen einer Freilandanlage für 39 990 Legehennen in die Öffentlichkeit zu gehen, bevor das erste Huhn ein Ei gelegt hat, davor schreckt er zurück.

Grund sind die massiven verbalen Angriffe gegen die Landwirtefamilie Mittelstädt, die im benachbarten Zollchow zwei solcher Anlagen baut. "Viele Leute legen alles anders aus, als es gesagt wird. Sie lesen nur, was sie herauslesen wollen", findet Wernfred Weiß. "Doch warum müssen solche Projekte kaputt geredet werden." Entsetzt ist er über Äußerungen von Regina Kik vom Kreisverband Uckermark der Bündnis90/Die Grünen, die Arbeitsplätze gegeneinander aufwiegt. „Ausgerechnet in der Uckermark soll die Landwirtschaft keinen Stellenwert mehr haben? Der Tourismus soll einen höheren Multiplikationsfaktor der Arbeitsplätze als die Landwirtschaft haben? Das bezweifle ich stark“, sagt Weiß verärgert. Die Realität in den Dörfern sehe anders aus.

Rund 70 000 Euro hat er bereits in Vorplanung, Gutachten und Behördenwege investiert. Erfolgreich, denn die Baugenehmigung ist erteilt worden. Auch alle in Betracht kommenden Umweltfaktoren sind durch Expertenfirmen im Auftrag des Landesumweltamtes  geprüft worden. Dennoch erwägt er, sich von dem Projekt zurückzuziehen, sollte er ähnlichen Anfeindungen ausgesetzt werden.

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