Ungesunde Tendenz:

Stress im Job treibt Krankenstand auf ein Rekordhoch

Der Gesundheitsreport einer Krankenkasse setzt ein alarmierendes Signal: Pro Tag bleiben in der Uckermark 52 von 1000 Berufstätigen der Arbeit fern.

Dr. Mariola Zmyslona-Schlak, Oberärztin der Tagesklinik.
Claudia Marsal Dr. Mariola Zmyslona-Schlak, Oberärztin der Tagesklinik.

Mit dem Begriff „Aufgabenverdichtung im Job“, beschreiben Experten, was auch hierzulande Tausende Arbeitnehmer seit Jahren erleben. Die Betriebe sparen an allen Ecken und Enden, vor allem beim Personal. Wegrationalisierte Stellen führen wiederum dazu, dass der Rest der Belegschaft mehr machen muss.

„Doch nicht jeder steckt die Zusatzbelastung gleich gut weg“, weiß Mariola Zmyslona-Schlak, Oberärztin in der psychiatrischen Tagesklinik der GLG in Prenzlau. Die Medizinerin hab am Mittwoch bei der Vorstellung des aktuellen DAK-Gesundheitsreportes hervor, dass es beim Krankenstand der Uckermärker die größte Zunahme der Ausfalltage wegen Depressionen und Angstzuständen gibt. Im Vergleich zum Jahr 2011 schnellten die Zahlen hier um 36,8 Prozent in die Höhe.

„Der steigende Krankenstand in der Region ist ein negatives Signal“, kommentierte DAK-Chefin Christiane Thies diese Entwicklung. „Damit sich das positiv umkehrt, sind Arbeitnehmer und Betriebe gleichermaßen gefragt.“ Durch ein gezieltes Gesundheitsmanagement könnten Unternehmen selbst dazu beitragen, dass der Krankenstand ihrer Beschäftigten sinkt. Ansätze würden zum Beispiel die Themen Ernährung, Entspannung und Bewegung bieten.

Weil psychische Erkrankungen meist zu sehr langen Ausfallzeiten führen, ist die Diagnose aus Sicht der Betroffenen in vielen Unternehmen eine Art Stigma. Fazit der Ärzte: Arbeitsverdichtung, Konkurrenzdruck und lange Arbeitszeiten sind eine Ursache für viele Krankschreibungen wegen psychischer Diagnosen. Aus Sicht der Mediziner gibt es für nicht so leistungsfähige Mitarbeiter immer weniger Platz in der Arbeitswelt. Ferner führe fehlender sozialer Rückhalt außerhalb der Arbeitswelt zu mangelnder Widerstandsfähigkeit gegenüber psychischen Beschwerden.

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