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Superschnell im Internet – das war nix!

Die Heizungsbaufirma Dewald und Kriesel sollte seit dieser Woche die neue Verbindung ins Netz haben. Stattdessen machen Telefon und Fax keinen Mucks.

So einfach, wie in den Prospekten beschrieben, ist es für Kathrin Kriesel nicht, einen V-DSL-Anschluss zu bekommen.
Gerald Bahr So einfach, wie in den Prospekten beschrieben, ist es für Kathrin Kriesel nicht, einen V-DSL-Anschluss zu bekommen.

Prenzlau. Einfach den sogenannten Portierungsauftrag abschicken, den Rest erledigt die Telekom. So bewirbt die Firma ihr neues V-DSL-Netz, das erst im Sommer in Prenzlau ausgebaut wurde. Okay, dachte sich Kathrin Kriesel. Für die junge Frau, die seit 2004 in der Heizungsbaufirma Dewald und Kriesel arbeitet, verlockend, weil sie viele Aufträge per E-Mail erhält.

Sie schickt den Auftrag ab und bekommt am 12. November die Bestätigung ihres vorigen Anbieters, dass die Telekom ihren Vertrag dort für sie gekündigt hat. Als Termin wird in diesem Schreiben der 10. Dezember genannt. Gerade rechtzeitig, wie sie sagt. Denn im Winter klingelt dauernd das Telefon und viele E-Mails gehen ein.

Absolute Stille

„Nichts ging, weder Telefon, Fax noch Internet“, sagt sie. Die bange Frage: Wie sollen Kunden die Firma nun erreichen? Sie ruft den Kundenservice an und erhält die nächste Hiobsbotschaft. „Dort wurden wir im System gar nicht gefunden“, erzählt sie. „Das war die Härte.“ Keine Kundennummer, kein Auftrag. Telefonate über Telefonate folgen, bis ihr Auftrag gefunden wird, schildert sie.

Gebracht hat das bislang wenig. Vor Weihnachten könne ihr neuer Anschluss nicht freigeschaltet werden, sagt Kriesel. Nur per Handy war der seit den 1980ern existierende Familienbetrieb zu erreichen, für fast drei Tage. Wer die Nummer nicht kennt, erreichte niemanden. „Das tut mir für unsere Kunden ehrlich leid“, sagt sie. „Wir wurden schon gefragt, ob wir pleite sind oder im Urlaub.“

Einen Silberstreif gibt es 

Seit Donnerstagnachmittag hat der vorige Anbieter eine Notbereitschaft hergestellt, nachdem die Telekom das beauftragt hat. Nun funktioniert zumindest das Telefon wieder, das Internet noch nicht. Dass sie aber unzählige Telefonate mit dem Kundenservice führen musste, drei Tage lang nur per Handy zu erreichen war, ist für Kathrin Kriesel eindeutig inakzeptabel. „Ich kann ja verstehen, dass nicht immer alles sofort funktioniert“, sagt die Unternehmerin. Aber in diesem Fall sei im Grunde alles schief gegangen.

Bleibt noch die Frage zu beantworten: Was war da los? Scheinbar habe der Mitarbeiter, der für Kathrin Kriesel den Portierungsauftrag aufgegeben hat, im Namensfeld einen Fehler gemacht und die Bonitätsprüfung schlug dadurch fehl. Doch obwohl ihre Kontaktdaten angegeben waren, habe sich niemand bei Kathrin Kriesel gemeldet, um das Problem zu klären. Der Auftrag blieb scheinbar liegen, hat sie in den Telefonaten herausgefunden. Bis zum Redaktionsschluss lag dem Uckermark Kurier noch keine Erklärung der Telekom vor, was genau schief ging. Die Antwort wird nachgereicht.