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Tischtennis-Herz voller Elan schlägt nicht mehr

Eberhard Sielmann, Dreh- und Angelpunkt des Sports, verstarb. Jahrzehntelang prägte er das Werden und Wachsen des Spiels an den grünen Tischen von der Uckermark bis in die nationale Ebene wesentlich mit.

Eberhard Sielmann (rechts) lag die Förderung und Entwicklung des Nachwuchses im Sport stets besonders am Herzen.
Armin Gehrmann Eberhard Sielmann (rechts) lag die Förderung und Entwicklung des Nachwuchses im Sport stets besonders am Herzen.

Tiefe Trauer löste nicht nur bei den Sportlern in der Uckermark die Nachricht aus, dass Eberhard Sielmann am Montag im Alter von 91 Jahren verstarb. Über die Grenzen von Prenzlau hinaus machte er sich einen Namen, als er in den 1950-er Jahren die Abteilung Tischtennis der Betriebssportgemeinschaft Lok Prenzlau zu einer der stärksten im damaligen Bezirk Neubrandenburg entwickelte. Den Schwerpunkt von Beginn an auf eine breite Basis im Nachwuchssport legend, formte er Schüler- und Jugendmannschaften, die schon bald das Niveau des Tischtennissports in der damaligen DDR prägten. Diana Flach war die erste Sportlerin aus den Reihen der BSG Lok, die er zu nationalen Titelehren führte. Rund 30 Mal gewann sie bei DDR-Meisterschaften aller Altersklassen mit ihren Mannschaften oder in Einzelwettbewerben.

„Eberhard Sielmann widmete sein ganzes Leben voller Hingabe dem Tischtennissport. Hinzu kam, dass er mit starkem Einsatz auch sehr einfühlsam auf seine Schützlinge zuging“, sagte Diana Flach nach Erhalt der traurigen Nachricht. „Ich denke sehr gern an viele schöne Stunden im Sport an seiner Seite zurück. Er hat uns aber auch stets gefordert. Denn als ich erstmals auf DDR-Ebene eine Goldmedaille gewann, war ich eigentlich nur Ersatzspielerin. Sein Vertrauen mir gegenüber, mich dennoch einzusetzen, spornte mich sehr an.“ Sie betont, dass er wahrlich der Vater vieler Erfolge der Prenzlauer Tischtennissportler war, weil er diese Rolle auch lebte.

Wie ein väterlicher Freund

Auch Günter Nostitz, Geschäftsführer des Tischtennis-Verbandes Brandenburg (TTVB), stimmte dem zu. „Eberhard wusste genau, wie wichtig die Gemeinschaft aller und die gegenseitige Achtung aller Mitglieder des Vereins für die positive Entwicklung jedes Sportlers waren. Er warb dauerhaft darum, dass sich alle im Verein dieser Grundhaltung anschlossen. Insofern war er auch für mich ein väterlicher Freund.“

Der Landesverband verliert in ihm einen wahren Motor seiner Entwicklung. Er war Gründungsmitglied des TTVB, Sportwart und Vizepräsident. Als ihn der TTVB beim Verbandstag zu seinem Ehrenpräsidenten wählte, geschah das einstimmig.

Nachwuchstalente lagen Sielmann am Herzen

Wie vielgliedrig das Wirken Eberhard Sielmanns war, zeigte sich auch bei der Entwicklung von Organisationsstrukturen des Sports in der Uckermark. Die Einheit des Sports im Landkreis lag ihm sehr am Herzen. Daher übernahm er auch mit der Gründung des KSB Uckermark 1994 das Amt des Schatzmeisters. Bis zuletzt gab er auch als Ehrenmitglied des Kreissportbundes seine Erfahrungen weiter.

„Dazu zählte, dass er dem Bundeswettbewerb Jugend trainiert für Olympia auf Kreis- und Landesebene ebenso große Bedeutung zumaß wie den Sportspielen“, betonte Norbert Griem, Vorsitzender des KSB Uckermark. „Mädchen und Jungen dauerhaft für eine sportliche Betätigung zu gewinnen, war bei ihm oberstes Gebot. Wir verlieren mit ihm einen der engagiertesten Mitstreiter.“

Sportgeschichte geschrieben

Für seine Verdienste erfuhr Eberhard Sielmann vielfältige Ehrungen auf Ebene des Deutschen Tischtennis- und des Deutschen Sportbundes. Höhepunkt war 1999 die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande an ihn.

Durch die Bank hoben alle, die mit Eberhard Sielmann einst zusammenarbeiteten, seinen enormen Fleiß hervor. Auch in der Zusammenarbeit mit dem Uckermark Kurier wurde das deutlich, weil Berichte aus seiner Feder nicht nur fachlich absolut fundiert, sondern jederzeit hoch aktuell waren. Damit schrieb er im wahrsten Sinne des Wortes ein großes Stück Sportgeschichte im Verein, im Kreis und bis hinauf auf Bundesebene mit.

„Das tiefe Mitgefühl aller gilt seiner Frau Ina, die ihn in 68 Ehejahren in all seinen sportlichen Bestrebungen voll unterstützte, sowie seinen Kindern, Enkeln und Urenkeln“ würdigte ihn auch Rüdiger Bütow, Vorsitzender des ESV Prenzlau.