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Todessturz-Nachricht nur erfunden

Tragischer Unfall auf dem Weihnachtsmarkt – diese Hiobsbotschaft geisterte tagelang durchs Internet. Urheber war ein junger Prenzlauer, der sich einen Scherz erlaubt, aber für ganz viel böses Blut gesorgt hatte.

Die Nerven liegen immer noch blank bei Karussell-Betreiber Enrico Friedrich (links) und Sprecher Remo Sperlich.
Claudia Marsal Die Nerven liegen immer noch blank bei Karussell-Betreiber Enrico Friedrich (links) und Sprecher Remo Sperlich.

Sebastian Kamps witzig gemeinte Geschichte um den Todessturz eines „Minions“ (Filmfiguren) ging nach hinten los. Er hatte über die Facebook-Seite „Prenzlauer Ansichten“ verbreiten lassen, dass ein Unglück die sofortige Stilllegung des Weihnachtsmarktkarussells und eine zweitägige Zwangspause für den gesamten Markt nach sich ziehe. Es sollte ein Scherz sein, eine ironische Zuspitzung der Gerüchte, die in Prenzlau nach dem sturmbedingten Abbau des Karussells ohnehin grassiert seien, so Kamp. „Ich bin davon ausgegangen, dass jeder merkt, dass meine Geschichte Satire ist und dass ich die Gerüchteköche nur auf die Schippe nehmen will.“

Falsch gedacht. Das Gerücht verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Enrico Friedrich, Betreiber der Rummel-Attraktion, wusste erst gar nicht, warum plötzlich so viele Leute nachfragten, ob er denn geöffnet haben dürfte. „Dann habe ich Erkundigungen eingezogen und herausgefunden, was da für eine Schauergeschichte im Netz grassierte“, sagt er. Er sei total von den Socken gewesen, als er den Text gelesen habe. Was die Sicherheitsbestimmungen für die Fahrgeschäfte anbelangt, versichert Friedrich abschließend, dass der TÜV die Karussells nach jedem Aufbau gesondert abgenehmen würde. „In Prenzlau war alles in Ordnung.“