Fischerfest neu aufgelegt:

Toller Hecht holt nicht immer den Blumentopf

Da sage doch einer, im Uckersee gibt es keine Fische. 99 Kilo zogen die Angler beim Cup innerhalb von drei Stunden an Land. Während die Petrijünger mit den kleinsten Flossentieren im Kescher die Preise absahnten, mussten sich die mit den größten spöttische Kommentare anhören.

Sechs Hechte übergab Hans-Dieter Thiemke Cindy Weber zum Wiegen. Die hatte er mit Kumpel Detlef Naack, der sieben Hechte angelte, am Kanal aus dem Wasser gezogen. Obwohl stattliche Exemplare, reichten die nur für Platz 6.
Ivonne Hackbarth Sechs Hechte übergab Hans-Dieter Thiemke Cindy Weber zum Wiegen. Die hatte er mit Kumpel Detlef Naack, der sieben Hechte angelte, am Kanal aus dem Wasser gezogen. Obwohl stattliche Exemplare, reichten die nur für Platz 6.

Auf den letzten Drücker rauschte Hans-Dieter Thiemke am Sonnabend mit seinem Boot vom Kanal über den Unteruckersee zum Nordufer, überreichte stolz seine Beute zum Wiegen – und musste dann feststellen, dass ihm seine sechs kapitalen Hechte doch nicht den Sieg beim ersten Prenzlauer Fischer-Cup einbrachten. Masse statt Klasse, darauf hatten nämlich die anderen 34 Petrijünger gesetzt und mit ihren Rotfedern, Plötzen und Bleien die Preise abgesahnt. Maik Galow aus Battinsthal war das Glück besonders hold: 12 625 Gramm Fisch hatte der 37-Jährige innerhalb von drei Stunden per Wobbler an Land gezogen und damit alle anderen hinter sich gelassen. Prenzlaus Tourismus-Chef Thiemke musste sich indes mit dem sechsten Platz zufrieden geben und hämische Kommentare gefallen lassen, ob er seine Hechte wohl während der ganzen letzten Woche geangelt und lediglich den Kescher fünf Minuten vor Toresschluss eingeholt habe.

Hunderte Besucher verfolgten den Einlauf der Boote und das Wiegen der Angel-Ausbeute. Viele von ihnen kannten den Fischzug noch aus DDR-Zeiten und freuten sich, dass das beliebte Fest neu belebt wurde. Die Gastwirte – Kai Frodl vom Hotel Uckermark, Klaus Gotzmann vom Wein- und Teehaus, Klaus Scheffel vom Steakhaus „Dom“ und Fischer Wernfred Schütte – hatten sich darauf vorbereitet, den Festbesuchern eine Vielfalt an regionalen und exotischen Fischspezialitäten zu bieten. Und sie lüfteten das Geheimnis um den Möwenschiss – Kümmelschnaps in drei Variationen: mit Schlackwurst und Senf, einer Sardelle oder Pumpernickel mit Dill-Soße.

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