Verwirrung unter Züchtern:

Total überrascht von der Ausgangssperre

Hühner, Enten, Gänse - sie alle müssten in der gesamten Uckermark längst weggesperrt sein. Doch über Land gackern viele noch frei herum. Das Aufstallungsgebot des Veterinäramtes ist bei den meisten Haltern nicht als verpflichtend angesehen worden.

Sie müssen drinnen bleiben.
Claudia Marsal Sie müssen drinnen bleiben.

"Was, die müssen alle rein? Auch hier bei uns in Bertikow?" Willi Schneider marschiert aufgeregt am Hoftor hin und her. Der 70-Jährige und seine Frau haben die Berichte über den Ausbruch der Geflügelpest zwar seit Tagen aufmerksam verfolgt. "Aber dass das Aufstallungsgebot die gesamte Uckermark betrifft, das haben wir so nicht verstanden", sagt der Rentner nachdenklich. "Wir dachten, dass nur der Nahbereich mit Wismar und Hansfelde gemeint ist", setzt Inge Schneider aufgeregt hinzu. Sie hätten natürlich nicht vor, sich dem zu widersetzen, beteuern die beiden und fangen noch im Beisein des Uckermark Kurier an, ihre 13 Hühner in den Stall zu treiben. "Die wollten wir nach dem Martinstag ohnehin schlachten", versichern sie. 

Selbst bei Fachleuten umstritten

Ebenso wie die Schneiders ist auch Olaf Kasch-Nehls total überrascht, als ihn die Reporterin über die Ausgangssperre fürs Geflügel informiert. Der 53-Jährige hat auf seinem Gehöft in Seelübbe 14 Hühner frei zu laufen. "Nur für die Eier, geschlachtet werden die bei mir nicht. Aber dass das Einsperren jetzt überall Pflicht ist, das wussten wir nicht." Auch Olaf Kasch-Nehls verspricht, sein Geflügel unverzüglich nach drinnen zu bringen. Anders als die Schneiders bezweifelt er allerdings, dass das sinnvoll ist. "Bei Fachleuten ist das ja sehr umstritten", meint der großgewachsene Mann zu wissen. Dass in Heinrichswalde, wo die ersten Pestopfer zu beklagen gewesen waren, gleich alle Federviechter getötet wurden, hält er für immens übertrieben.