Handwerk bietet Karrierechancen:

Traumjob auf dem Traumschiff

Das Büffeln hat ein Ende, die Gesellenbriefe sind verteilt, dem uckermärkischen Handwerkernachwuchs stehen nun alle Türen offen. Die Jahrgangsbeste Anneli Mohnke beginnt ihre Karriere auf einem Kreuzfahrtschiff.

Nach alter Sitte wurden für die Freisprechung zwölf Kerzen angezündet: vier für das leibliche Wohlergehen, vier für ein stabiles und wohnliches Haus und vier für dauerndes und allseitiges Glück. Die Zahl zwölf steht dabei für das Jahr und Wohlergehen in der großen Familie des Handwerks.
Lisa Martin Nach alter Sitte wurden für die Freisprechung zwölf Kerzen angezündet: vier für das leibliche Wohlergehen, vier für ein stabiles und wohnliches Haus und vier für dauerndes und allseitiges Glück. Die Zahl zwölf steht dabei für das Jahr und Wohlergehen in der großen Familie des Handwerks.

Anneli Mohnke hat es geschafft. Als Jahrgangsbeste aus der Riege der uckermärkischen Junghandwerker 2013 wurde die gelernte Friseurin nicht nur ausgezeichnet und durfte am Sonnabend auf der Gesellenfreisprechung in der Prenzlauer Nikolaikirche die Dankesworte der jungen Leute vortragen. Vor allem hat sie sich beruflich einen Traum erfüllt: Demnächst wird sie auf große Fahrt gehen und als Friseurin auf dem Kreuzfahrtschiff „Aida“ arbeiten.

Doch die feierliche Gesellenfreisprechung ist nicht nur Grund zum Feiern. Auch kritische Worte werden laut. Henryk Wichmann, Landtagsabgeordneter und Kreistagsabgeordneter der CDU, und Prenzlaus Bürgermeister Hendrik Sommer wählen klare Worte. Wichmann nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er von den 15 Prozent Schulabgängern in Brandenburg spricht, die nicht ausbildungsfähig sind. Hier müsse dringend etwas getan werden. Es gebe zu wenige Kinder, als dass man sich damit abfinden könne. Insbesondere dem Nachwuchs aus benachteiligten Familien müsse geholfen werden. Sie zu fördern und ihnen eine Chance zu geben, sei dringend vonnöten. Für Wichmann beginnt dies bei einer soliden Bildungsvermittlung schon in der Grundschule. In den nächsten Tagen beabsichtigt er einen Antrag zur Einführung der Fibel als Leselernwerk im Landtag einzubringen; im Kreistag setze sich seine Fraktion für die Verwendung nicht abgerufener Gelder aus dem Bildungs- und Teilhabepaket für die Förderung benachteiligter Kinder ein. Wichmann will, dass etwas passiert. So, wie Prenzlaus Bürgermeister Hendrik Sommer, der fordert, dass die Gymnasien sich auch dem Handwerk öffnen und ihren Schülern die Chance bieten, sich dort zu informieren. Das Argument, das Gymnasiasten allesamt später studieren würden, stimme längst nicht mehr. Auch plädiere er dafür, dass Schüler nach der zehnten Klasse Fächer wie Chemie oder Physik nicht mehr abwählen dürfen.

Gute junge Leute sind gefragt. Das macht auch Wolf-Harald Krüger, Präsident der Handwerkskammer Frankfurt Oder, deutlich. Die Frage der Unternehmensnachfolgen stünde in den nächsten Jahren akut an. Hier bieten sich Chancen für den Nachwuchs. Das Handwerk lasse für Karrieren die Türen offen. Die Leiter gehe für die, die das wollen, nach oben. Anders als bei Jungakademikern, die Taxi fahren oder in Supermärkten Kartons ausräumen. „Ein Slogan im Handwerk heißt: ‚Bei uns zählt nicht, wo du herkommst, sondern wo du hin willst’“, fasst es Kreishandwerksmeister Siegfried Schön zusammen und meint damit, dass mit einer handwerklichen Ausbildung in der Tasche jeder so weit kommen könne, wie es den persönlichen Zielen und dem Leistungswillen entspreche.

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