Boxer-Odyssee ohne Ende:

Trauriger Blick erweicht Hundehalterin offenbar nicht

Sie ist ein bildschönes, zutrauliches Tier. Und trotzdem scheint es so, als ob eine junge Boxerhündin, die vergangene Woche vor dem Prenzlauer Tierheim gefunden worden ist, ihrer Familie im Wege ist, denn den Vierbeiner holt niemand ab.

Stundenlang harrte die am Tierheimzaun angebundene Hündin aus. Doch ihr Frauchen erschien auch Tage später trotz gegebener Abholzusage nicht. Warum, das weiß niemand. Foto: privat
Claudia Marsal Stundenlang harrte die am Tierheimzaun angebundene Hündin aus. Doch ihr Frauchen erschien auch Tage später trotz gegebener Abholzusage nicht. Warum, das weiß niemand. Foto: privat

Diebstahl oder doch verantwortungsloser Umgang mit dem Hund? Diese Frage stellt sich, nachdem ein Boxer angebunden an einem Zaun aufgefunden wurde. Das zuständige Veterinäramt des Landkreises Uckermark gingen Hinweisen zur Herkunft des Vierbeiners nach. Die Behörde konnte die Besitzerin des Tieres ausfindig machen. „Wir haben sie sofort aufgesucht und befragt“, ließ Amtstierarzt Dr. Achim Wendtlandt auf Nachfrage wissen. Die Prenzlauerin habe allerdings versichert, dass ihr die Hündin vor einem Einkaufszentrum am Georg-Dreke-Ring, also ganz in der Nähe ihrer Wohnung, gestohlen worden sei und sie bereits vergeblich nach ihr gesucht habe.

Warum der erste Weg dann nicht ins Tierheim führte, das hätte die Kreisstädterin ihnen nicht beantworten können, sagte Wendtlandt. „Uns kam das schon komisch vor, aber das Gegenteil beweisen konnten wir auch nicht“, bedauerte der Chefveterinär.

Jan Lüdke, Betreiber des Angermünde Tierheims, in dem die Hündin später gelandet war, wurde da schon deutlicher. „Mir kam die Story sofort spanisch vor“, sagte er am Telefon. „Ich habe bezweifelt, dass das Tier gestohlen wurde. So ein auffällig schöner, zutraulicher Hund - nein, das wäre doch aufgefallen“, ist der Uckermärker überzeugt. „Ich gehe davon aus, dass er ausgesetzt worden ist. Denn anderenfalls hätte die Besitzerin doch eine Suchanzeige geschaltet und sich bei den umliegenden Heimen gemeldet.“

Jan Lüdke setzte deshalb auch wenig Hoffnung in die Zusage der Frau, die Hündin abholen zu wollen. „Das Veterinäramt hat mich informiert, dass die Besitzerin am Samstag, dem 19. Oktober, vormittags herkommen wird. Doch ich habe vergeblich gewartet. Sie erschien natürlich nicht. Der Hund ist immer noch bei einer Pflegefamilie untergebracht, die wir vermittelt haben.“ Diese Tierfreunde hätten auch schon Interesse bekundet, ihn zu behalten, wenn ihn die „Rabenmutter“ nicht mehr will. „Aber geklärt werden muss das Ganze vernünftig“, bekräftigt Lüdke. Nicht zuletzt wegen der bis jetzt angefallenen Kosten für Unterbringung und Verpflegung, die die rechtmäßige Nicht-Besitzerin natürlich zu tragen hätte.

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