Pogromnacht vor 75 Jahren:

Uckermärker gedenken der Opfer

Die Ereignisse vor 75 Jahren und die Schicksale der jüdischen Mitbürger in Hitlerdeutschland erschüttern bis heute. Die Uckermärker werden am 9. November in Prenzlau, Templin und Schwedt der Opfer gedenken.

Am 9. November gedenken auch die Uckermärker mit verschiedenen Veranstaltungen den Opfern der Pogromnacht in Hitlerdeutschland vor 75 Jahren.
Thomas Türülümow Am 9. November gedenken auch die Uckermärker mit verschiedenen Veranstaltungen den Opfern der Pogromnacht in Hitlerdeutschland vor 75 Jahren.

Hannes Ludwig, Kreiskantor des Kirchenkreises Uckermark, und Jürgen Lindner, Stiftskantor am evangelischen Johannesstift Berlin, haben zu diesem Anlass mit ihren Chören und dem Sinfonieorchester Berlin Tempelhof die Friedensmesse („The armed man“) von Karl Jenkins einstudiert. Die Messe, die Jenkins unter dem Eindruck des Kosovokrieges komponierte, wurde im Jahr 2000 in England uraufgeführt. Am 9. November erklingt sie um 19.30 Uhr in der Prenzlauer St. Nikolaikirche. Anschließend findet ein Schweigemarsch zum Standort der ehemaligen Prenzlauer Synagoge an der Wasserpforte statt. Das Konzert findet am 10. November ab 18 Uhr zudem in der Kirche des Johannesstiftes in Berlin-Spandau statt.

Auch in Templin wird am 9. November an die Pogromnacht erinnert. „Wir laden um 18 Uhr zu einer Gedenkandacht in die Sankt-Georgen-Kapelle ein“, so Ralf-Günther Schein, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Templin. Von dort aus geht es zu Fuß zum jüdischen Friedhof. Pfarrer Schein bittet alle Teilnehmenden, einen kleinen Stein und eine Taschenlampe mitzubringen.

Die evangelische Kirchengemeinde in Schwedt und die Uckermärkischen Bühnen gestalten am 9. November gemeinsam das Gedenken. Vor dem diesjährigen Programm „Salas Geheimnis“ lädt die evangelische Kirchengemeinde um 17 Uhr zur Andacht ein. Dieser schließt sich ein Schweigemarsch zur Gedenktafel in der Louis-Harlan-Straße an.  Ab 18 Uhr erzählen Schüler des Gauß-Gymnasiums im intimen theater der Uckermärkischen Bühnen die bewegende Lebensgeschichte der Sala Garncarz. Versteckt in einem Karton hatte sie mehr als 350 Briefe, Fotos, Zeichnungen und ein Tagebuch aufbewahrt, die Zeugnis von ihrer Vergangenheit als Zwangsarbeiterin in den Jahren 1940 bis 1945 ablegen. 

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung