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Uckermärker pilgern zu Grabungsstätte

Seit über fünf Monaten sind Archäologen und Grabungshelfer bei Schmölln im Einsatz. Jetzt konnten Neugierige sich die Ausgrabungsfeld ansehen. Der Verbleib der Funde in der Uckermark beschäftigt viele Menschen.

Viele Uckermärker, aber auch Interessierte von weither, nutzten am Dienstag die Gelegenheit, um sich einen Eindruck von den Ausgrabungen nahe der Autobahn 11 bei Schmölln zu verschaffen.
Lutz Reuter Viele Uckermärker, aber auch Interessierte von weither, nutzten am Dienstag die Gelegenheit, um sich einen Eindruck von den Ausgrabungen nahe der Autobahn 11 bei Schmölln zu verschaffen.

Die einmalige Gelegenheit, sich ein archäologisches Ausgrabungsfeld anzusehen, ließen sich Hunderte Neugierige nicht entgehen. Nicht nur aus der Uckermark, sondern auch aus Berlin strömten sie zu dem Grabungsfeld an der Autobahn 11 bei Schmölln. Außergewöhnliche Funde, unter anderem ein archäologisch interessantes Steingrab, hatten für Aufregung gesorgt.

Nicht nur deshalb, weil viele Uckermärker und Anliegerkommunen, sich dafür einsetzten, zumindest einen Teil der Funde in der Region zu behalten. In der Kritik steht, dass das Grabungsfeld nach dem Abschluss der Ausgrabungen wieder abgedeckt und an der Stelle ein Regenrückhaltebecken für die Autobahn gebaut werden soll. Mit einem Tag der Öffentlichkeit wollte das Landesamt für Denkmalpflege Interessierten die Möglichkeit geben, sich die Ausgrabungsstätte anzuschauen.

Besuchern fordern zu mehr Flexibilität auf

„Unsere Gesellschaft hat andere Prioritäten. Eine Autobahn ist wichtiger als Kultur“, meinte Manuel Breuer aus Berlin sarkastisch. Die Anlage sei es aber wert, gesichert zu werden, so der Berliner, nachdem er sie gesehen hat. Darüber hinaus fordert er mehr Flexibilität. „Wenn hier ein Goldschatz aufgetaucht wäre, dann würde das Regenwasserrückhaltebecken verlegt werden“, ist sich Breuer sicher.

Fritz Gampe aus Milow forderte, dass ein Teil der Fundstelle dauerhaft für Besucher zugänglich gemacht wird. „Da gibt es gar nichts zu diskutieren. Es muss eine richtige Anlage her“, so der Milower. Auch darüber, wie ein solches Projekt vorangetrieben werden kann, hat sich Gampe schon Gedanken gemacht: „Wir brauchen eine landesweite oder uckermarkweite Bürgerstiftung, die unterstützend zum Kreis, Land und Bund die Dinge mitfinanziert.“

Überlegungen zu Großsteingrab

Am Bau des Regenrückhaltebeckens wird indes nicht gerüttelt. Doch in die Frage nach dem Verbleib der Funde ist Bewegung geraten. Das Landesamt zog bisher einen Abtransport des Großsteingrabes nach Brandenburg an der Havel in das Archäologische Landesmuseum in Betracht. „Die Überlegung, das Grab nach Brandenburg zu holen, resultierte daraus, dass dort eine Pflege leicht möglich wäre“, hieß es dazu von der Pressestelle des Landesamtes. Doch der Verbleib vor Ort sei die beste Lösung. Um herauszufinden, wie dieses Vorhaben umgesetzt werden kann, wird sich Axel Krumrey, Bürgermeister der Gemeinde Randowtal, am 23. März mit dem Direktor des Landesamtes, Franz Schopper, zu einem Gespräch treffen.