Gaststättensterben geht weiter:

Und wieder eine Dorfkneipe weniger

Seit der Wende haben auf dem Lande viele Gaststätten dicht gemacht. Jetzt trifft dieses Los auch den Urlauberort Fürstenwerder. Wirtin Monika Wienberg schließt ab. Sie hat ihre Gründe - ein Zurück gibt es nicht.

Die Wirtsleute Monika Wienberg (Mitte) und Klaus Gallbrecht schließen ihr Lokal nach 18 Jahren ab. Tochter Yvonne Räth ist zwar auch aus der Gastronomie, wird aber in Vorpommern ein Restaurant eröffnen.
Claudia Marsal Die Wirtsleute Monika Wienberg (Mitte) und Klaus Gallbrecht schließen ihr Lokal nach 18 Jahren ab. Tochter Yvonne Räth ist zwar auch aus der Gastronomie, wird aber in Vorpommern ein Restaurant eröffnen.

Der beliebte Urlauberort Fürstenwerder hat ab sofort keine Gaststätte mehr. Nach 18 Jahren schließt das Lokal "Alter Bahnhof" seine Pforten. Das bedauern nicht nur die Feriengäste, sondern auch die Einheimischen sehr.

Aber umstimmen kann die Betreiber das allgemeine Bedauern nicht. "Ich hatte keine andere Wahl", erklärt Wirtin Monika Wienberg. Bislang habe ihre Tochter mit in der Küche gestanden, sagt die 62-Jährige. Das Unternehmen war ein reiner Familienbetrieb. Doch die junge Frau wohnt weit weg und hat sich nun in der Nähe ihres Wohnortes den Traum vom eigenen Lokal erfüllt. Ihre Mutter hat dafür vollstes Verständnis, auch wenn sie deshalb nun früher als geplant in den Ruhestand gehen muss.

"Es hätte ja nicht genügt, einen neuen Koch einzustellen. Zwei wären nötig gewesen, um Yvonne zu ersetzen", ist sie sich bewusst. "Denn in der Familie schaut niemand auf die Uhr. Mein Mann und ich und auch die Tochter waren statt der acht Stunden meistens 12 Stunden und länger da. Eine Dorfgaststätte funktioniert nur so und nicht anders. Und wir haben leider keinen Gastronom gefunden, der hier weitermachen wollte."

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