Wildunfälle:

So handeln Sie richtig, wenn's kracht

Marderhunde: Die einen finden sie niedlich, die anderen hässlich. Doch immer wieder kommt es vor, dass die fuchsgroßen Pelztiere tot auf der Straße liegen. Und was macht der Fahrer?

Marderhunde laufen auch schon mal vor Autos und verursachen Unfälle.
ARCHIV Marderhunde laufen auch schon mal vor Autos und verursachen Unfälle.

Plötzlich kommt von rechts ein Tier aus dem Gebüsch geschossen und läuft geradewegs über die Fahrbahn. Was war denn das? Ein Waschbär, ein Hund? Beidem sieht der Marderhund ähnlich. Das bis 50 Zentimeter große und durchschnittlich acht Kilogramm schwere Pelztier stammt ursprünglich aus Ostasien und treibt sein Unwesen in den uckermärkischen Wäldern. Einer von ihnen verlor diese Woche sein Leben auf einer Straße bei Prenzlau. Der Autofahrer hatte mehr Glück, an seinem Fahrzeug entstand nur ein Sachschaden.

Wildunfälle werden in den kommenden Wochen zunehmen

„Der Eindruck, dass Marderhunde sich in Brandenburg zur Plage entwickeln, täuscht. In Wahrheit gehen die Bestände langsam zurück“, erklärt Heinz Köppen, Jäger aus der Uckermark. Auch Wildunfälle mit Marderhunden sind daher seltener geworden. Dafür sind Rehe, Wildschweine, Füchse, Dachse und Hasen stärker betroffen. Die Wildunfälle werden in den kommenden Wochen wieder vermehrt zunehmen, denn die Tiere sind auf Nahrungssuche.

Unfallstelle sichern und Polizei rufen

Doch wie verhält sich ein Autofahrer richtig nach einem Wildunfall? Natürlich muss die Unfallstelle gesichert und die Polizei informiert werden. Diese verständigt den für das jeweilige Gebiet zuständigen Jäger, der die toten Tiere von der Straße räumt. Die Kadaver würden andere Tiere anlocken und es besteht Seuchengefahr. Eigentlich wäre die Räumung Aufgabe der Straßenreinigung. Die müsste dann der Autofahrer bezahlen. „Der Unfallversucher ist meist schon ausreichend gestraft. Wir übernehmen das“, berichtet Köppen.

Auf keinen Fall totes Wild mitnehmen!

Wer nun aber auf die Idee kommt, selbst nach einem Unfall ein totes Wildtier einzusammeln und mitzunehmen: Finger weg! So verführerisch ein leckerer Rehbraten auch sein mag, ein totes Tier nach einem Unfall darf nicht einfach im Kofferraum mitgenommen werden. Wer dabei erwischt wird, ist ein Wilddieb.

Ein Tier kommt selten allein

Ein Tipp hält Jäger Heinz Köppen für die Leser des Uckermark Kurier noch bereit: „Passen Sie an Waldrändern und Feldern besonders auf. Drosseln Sie die Geschwindigkeit in Bereichen der Warnschilder für Wildwechsel. Und denken Sie daran, wechselt erst einmal ein Tier die Fahrbahn, könnten noch weitere folgen. Sind Tiere auf der Fahrbahn, dann blenden sie das Licht ab. Manchmal hilft auch hupen.“

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