Kreis im Zugzwang:

Verwaltung stellt jetzt Ausländerbeauftragten ein

Tausende Flüchtlinge musste und muss die Uckermark in diesem Jahr aufnehmen. Die Kreisverwaltung suchte daher einen Mitarbeiter, der Angelegenheiten der Asylbewerber hauptamtlich organisiert. Die Personalentscheidung bringt jetzt die Stadt Prenzlau in Not.

Mazierullah Qaderi (links) ist häufig, wie hier in der Notunterkunft im Feuerwehrtechnischem Zentrum in Prenzlau, mit Asylbewerbern im Gespräch.
Thomas Walther Mazierullah Qaderi (links) ist häufig, wie hier in der Notunterkunft im Feuerwehrtechnischem Zentrum in Prenzlau, mit Asylbewerbern im Gespräch.

Die Flüchtlingsströme, die nach wie vor auch in die Uckermark kommen, zwangen die Verantwortlichen in der Kreisverwaltung zum Handeln. Gab es bisher für den Kreis nur einen ehrenamtlichen Ausländerbeauftragten, so wird sich das mit dem nächsten Kreistag am 9. Dezember ändern. Bereits Mitte Oktober hatte der Kreis diesen Posten als hauptamtliche Stelle ausgeschrieben. "Wir hatten insgesamt 15 Bewerbungen", berichtet Ramona Fischer, Pressesprecherin der Kreisverwaltung.

Inzwischen scheinen die Würfel gefallen. Landrat Dieter Schulze wird Anfang Dezember den Abgeordneten des Kreistages Mazierullah Qaderi vorschlagen. Der 22-Jährige aus Afghanistan war bisher der Ausländerbeauftragte der Stadt Prenzlau. Die wird sich jetzt nach nur sieben Monaten nach einem neuen Mitarbeiter umsehen müssen.

Nach derzeit aktuellen Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg, Bayern, wird der Kreis jetzt im ganzen Jahr 1925 Asylbewerber aufnehmen müssen. Bis Mitte des Jahres lag die Zahl noch bei 1427 Menschen. Bisher fanden bereits 1038 Asylbewerber Zuflucht.