Typisierung als Stammzellenspender:

Viele wollen Christopher helfen, aber ist das genug?

Über 230 Personen lassen sich als Stammzellenspender typisieren, um dem an aplastischer Anämie Erkrankten Christopher zu helfen. Ob aber die Geldspenden reichen, um die Laboruntersuchungen zu finanzieren, steht auf einem anderen Blatt.

Kathrin Dominik (rechts) ist eine von etwas mehr als 130 Personen, die sich am Wochenende als Stammzellenspender auf dem Gelände des THW typisieren ließen. 28 taten das am Freitag inder Volkshochschule.
Gerald Bahr Kathrin Dominik (rechts) ist eine von etwas mehr als 130 Personen, die sich am Wochenende als Stammzellenspender auf dem Gelände des THW typisieren ließen. 28 taten das am Freitag inder Volkshochschule.

Namen und Anschrift angeben, kurz bestätigen, dass man nicht an Krankheiten leidet, die eine Stammzellspende auschließen und dann ein kleiner Pikser. Entweder werden fünf Milliliter Blut abgenommen, oder eine Speichelprobe. In nicht einmal zehn Minuten ist eine Typisierung abgeschlossen. Ganz einfach. Da stellt sich die Frage, wieso nicht mehr Menschen am Sonnabend zu Gelände des Technischen Hilfswerks (THW) kamen, um bei der Typisierungsaktion der Initiative „Uckermark gegen Leukämie“ und der Deutschen Knochenmarkspenderdatei gGmbH (DKMS) mitzumachen. Immerhin haben sich dort 204 Menschen typisieren lassen, um dem an aplastischer Anämie erkrankten Christopher zu helfen, der Uckermark Kurier berichtete.

Während sich die Kinder auf der Hüpfburg, Rollenrutsche, beim Ponyreiten oder Kinderschminken ausprobierten, machten es sich die Erwachsenen auf den Bierbänken gemütlich und tauschten sich bei herzhaften oder süßen Speisen zu den Themen Blutkrebs und Stammzellspende aus.

Eine von ihnen war Kathrin Dominik. Die Prenzlauerin spendet ohnehin drei bis viermal im jahr Blut und wurde von einer Arbeitskollegin auf die Aktion aufmerksam gemacht, wie sie erzählte. „Ein Bekannter von mir ist vor ungefähr zwei Jahren auch daran erkrankt und daran gestorben“, sagte sie. Daher geht ihr auch das Schicksal von Christopher, gerade einmal 23 Jahre alt, „unter die Haut“, wie Kathrin Dominik sagte. 

„Viele fleißige Hände haben uns vor, während und auch nach der Aktion unterstützt. Ein herzliches Dankeschön im Namen der gesamten Initiativgruppe dafür, vor allem an Uckermark gegen Leukämie!“, so die Familie von Christopher.

Es fehlt an Geld

Doch obwohl die Initiatoren der Aktion jedem, der gespendet hat, dankbar sind, so ist unklar, ob das reichen wird, sagte Enrico Rahn von der Initiative. Vor eineinhalb Jahren gab es bereits eine ähnliche Aktion in Schwedt. Dort kamen über 900 Menschen. Sicher, die Stadt Prenzlau ist kleiner, „aber wir haben gehofft, dass vielleicht die Hälfte davon auch hier spendet.“ Die 204 Personen, die zum THW, das Räumlichkeiten und die Organisation zur Verfügung stellten, und die 28, die sich am Freitag Abend in der Volkshochschule in Prenzlau haben typisieren lassen, könnten unter Umständen nicht ausreichen. „Viele Menschen sehen nur die Typisierungsaktion, aber die Laboruntersuchungen dazu kosten 50 Euro - pro Person“, erklärte Annika Schirmacher vom DKMS. Die Kosten für die Typisierung aller Teilnehmer belaufen sich demnach auf 10 200 Euro. 2000 Euro kamen am Samstag durch die Geldspenden beim THW zusammen, sowie weitere 500 Euro auf dem dafür eingerichteten Sonderkonto des DKMS.

Eigentlich, und das ist nun wirklich in der Schwebe, war angedacht, eine weitere Typisierungsaktion auch in Eberswalde durchzuführen. Ob die Spendengelder, die am Wochenende zusammenkamen, reichen, um Laboruntersuchungen und eine weitere Aktion zu finanzieren, ist demnach unklar.

In Deutschland erkrankt ungefähr alle 16 Minuten ein Mensch an Blutkrebs. Für Viele, wie in diesem Fall für den 23-jährigen Christopher, ist die einzige Chance zu überleben, einen passenden Stammzellenspender zu finden. Mit bereits über 3,7 Millionen Spendern ist der Dateiverbund des DKMS der größte weltweit, und trotzdem ist nicht für jeden Patienten ein passender Spender dabei.

Quelle: http://www.dkms.de

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