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Vor dem Tor harmlos

VonOliver SpitzaTorflaute bei der SG Thomsdorf. Nur 24 Treffer in 26 Spielen sind zu wenig für die Kreisliga. Auch beim FSV Rot-Weiß Prenzlau II gab es eine ...

Die SG Thomsdorf war im Prenzlauer Uckerstadion ein durchaus gleichwertiger Gegner, doch mit dem Toreschießen steht der Tabellenvorletzte auf dem Kriegsfuß. [KT_CREDIT] FOTO: Oliver Spitza

VonOliver Spitza

Torflaute bei der SG Thomsdorf. Nur 24 Treffer in 26 Spielen sind zu wenig für die Kreisliga. Auch beim FSV Rot-Weiß Prenzlau II gab es eine 0:2-Pleite.

Prenzlau.Warum die SG Thomsdorf im Tabellenkeller steht, wurde an diesem Regennachmittag klar: Die Stürmer treffen das Tor nicht. Obwohl die Mannschaft gut spielt, viel läuft und aufopferungsvoll kämpft, fehlt es vorne an Kaltschnäuzigkeit, Präzision und Selbstvertrauen im Abschluss. Nur 24 Tore in 26 Spielen – das ist zu wenig für die Kreisliga.
Die wenigen treuen Zuschauer harrten im Dauerregen aus und sahen zwei unterschiedliche Halbzeiten. Zuerst dominierten die Hausherren. Christian Wilski zog aus 17 Metern ab – knapp vorbei (4.). Dann patzte SG-Keeper Alexander Dorn, Andy Schläwicke hatte freie Bahn, aber Ronny Schulz rettete noch auf der Torlinie (10.). Eine Minute später scheiterte Marcus Schröder frei vor dem Tor mit einem Heber an Keeper Dorn.
Die Gäste waren aber keinesfalls auf die Defensive beschränkt, vor allem der 22-jährige Philipp Liedke wirbelte viel auf der linken Seite und nutzte den Raum, war aber zu ungenau im Abschluss. Ein Schuss aus der Drehung war noch seine beste Chance, aber der Ball flog knapp über die Querlatte (23.).
Der 33-jährige SG-Keeper Dorn parierte dann großartig zwei Distanzschüsse von Tobias Bluhm und Schröder (30.), beim Gegentor aber war er machtlos: Ingo Wewiorra brachte die Ecke auf den langen Pfosten, Bluhm köpfte überlegt von der Grundlinie zurück in den Fünfmeterraum, wo Schläwicke per Kopfball zum 1:0 traf (32.). Marc Mundt verfehlte danach von halbrechts noch knapp das Gästetor (35.). Als er aber von rechts das Leder flach in den Strafraum brachte und der Ball durch Freund und Feind hindurch hoppelte, war Bluhm am langen Pfosten zur Stelle – 2:0 (38.).
Rot-Weiß II vergab zwei Minuten später die Chance zur Vorentscheidung: Schröder brachte den Ball von rechts flach in den Strafraum, Schläwicke tauchte zum Kopfball ab, verfehlte aber aus drei Metern das Ziel. Die letzte Chance vor der Pause war dann schon das Signal für die zweite Halbzeit, Gunnar Dittmann verfehlte aus 17 Metern knapp das Rot-Weiß-Gehäuse (45.).
Nach der Pause dann ein völlig anderes Bild. Trotz der Führung im Rücken wurde das Spiel der Gastgeber immer zerfahrener. Zu oft wurde im Vorwärtsgang der Ball leichtfertig verloren oder dem Gegner vor die Füße gespielt. Und Thomsdorf wurde immer mutiger und stärker. Christopher Ostrowski stürmte im Konter auf links frei durch, scheiterte aber am glänzend parierenden Torwart Kai Michalak. Die Rot-Weiß-Abwehr um Libero und Trainer Michael Storbeck (54) kam nun mehrfach ins Schwimmen, aber Ostrowski und Liedke spielten ihre Chancen nicht überlegt genug aus. Nach Dittmann-Freistoß verpasste Schulz knapp den Ball vor dem Rot-Weiß-Tor (64.). Und als M. Storbeck den Ball zu kurz auf seinen Keeper zurücklegte, statt konsequent zu klären, sprinteten die Gäste dazwischen, doch Liedke schob den Ball aus acht Metern am leeren Tor vorbei (86.). Ähnliche „Chancenverwertung“ zuvor auf der Gegenseite: Schröder hatte im Strafraum in Mittelstürmerposition freie Bahn, doch statt zu schießen, legte der den Ball nach links ab und die Chance war vertan. Der 41-jährige Michalak parierte noch großartig einen 18m-Schuss von Maximilian Schramm, dann war der Prenzlauer Heimsieg perfekt.