Brandserie in Kleingärten:

Was eine Bürger-Streife darf – und was nicht

Mehrmals wurden Lauben in Prenzlau zerstört. Auf eigene Faust wollen Kleingärtner jetzt ihr Eigentum vor dem Feuerteufel schützen. Die Polizei warnt aber vor unüberlegtem Handeln.

Weitere Brände, wie in diesem Kleingarten, wollen Bürger jetzt verhindern.
Claudia Marsal Weitere Brände, wie in diesem Kleingarten, wollen Bürger jetzt verhindern.

Vier Mal hat ein Feuerteufel bereits sein Unwesen in Prenzlaus Gartenanlagen getrieben. Nun wollen einige Kleingärtner die Sache selbst in die Hand nehmen. Sie wollen in der Nacht Streife laufen.

Klaus-Dieter Kopelke, Präventionssachbearbeiter bei der Polizei in Prenzlau, kann den Wunsch nachvollziehen, das Eigentum zu schützen. Er gibt zu bedenken, dass das Vorhaben aber auch gefährlich sein kann. Niemand weiß, wie viele Täter plötzlich vor einem stehen und ob sie bewaffnet sind. Deshalb rät er, wenn Bürger mögliche Brandstifter beobachten, sofort die Polizei zu rufen. „Heutzutage hat fast jeder ein Handy und meine Kollegen werden je nach Einsatzlage schnell vor Ort sein“, versichert er. Hauptkommissar Thomas Spann fügt an, dass im Rahmen der Streifentätigkeit der Polizei die Kleingartenanlagen immer ein Schwerpunkt sind, jedoch keine Streife speziell dafür abgezogen werden kann.

Doch was dürfen Bürger, und was sollten sie tunlichst unterlassen? Klaus-Dieter Kopelke gibt darauf Antworten: Sollte der Täter das Weite suchen, dann dürfen Bürger ihn auch festhalten und an der Flucht hindern – eine konkrete Tat vorausgesetzt. Selbst fesseln oder einsperren sei erlaubt. Waffen, wie Messer, Baseballschläger oder auch Pfefferspray sollten nicht mitgeführt werden. „Bei einem Gerangel könnte der Täter in deren Besitz gelangen und sie gegen den Bürger einsetzen“, warnt Klaus-Dieter Kopelke.

Und noch etwas sollten die Kleingärtner beachten, wenn sie einen möglichen Täter stellen. Dieser hat das Recht, eine Anzeige wegen Körperverletzung zu stellen, wenn er bei der Festnahme verletzt wird.

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