Investitionen in Millionenhöhe:

Was ist das Geheimnis der Wohnbau?

Viel hat sich im Bestand der Wohnbau GmbH Prenzlau verändert. Vor allem sichtbar wird das an den Verjüngungskuren für Altbauten, an neuen Spielplätzen oder Parkplätzen in den Wohngebieten. Wie das in zeiten schmaler Budgets möglich ist, wollte Monika Strehlow von Geschäftsführer René Stüpmann wissen.

Das Projekt Schwedter Straße 36 steht kurz vor der Fertigstellung. Damit hat die Wohnbau alle ihre Objekte in der Schwedter Straße auf Vordermann gebracht.
Monika Strehlow Das Projekt Schwedter Straße 36 steht kurz vor der Fertigstellung. Damit hat die Wohnbau alle ihre Objekte in der Schwedter Straße auf Vordermann gebracht.

Aufmerksame Prenzlauern sind die vielen Veränderungen, vor allem am Bestand der Wohnbau, nicht entgangen. Was versetzt Ihr Unternehmen dazu in die Lage, haben Sie einen Goldschatz gefunden?

Nein, ganz sicher nicht. Unser Goldschatz liegt vor allem in der Motivation unser 31 Mitarbeiter. Vor knapp fünf Jahren haben wir uns neu aufgestellt, da ziehen alle an einem Strang. Ich habe großen Respekt vor ihnen, die einen nicht einfachen Weg mitgegangen sind. Nur so war es möglich, unsere wirtschaftliche Effizienz deutlich zu verbessern. Seit 2010 konnten wir Aufwendungen wie allgemeine Kosten oder Zinsen um durchschnittlich 2,5 Millionen Euro pro Jahr senken. Das versetzt die Wohnbau in die Lage, wieder zu investieren.

Welche Kriterien spielten da eine Rolle?

Es ist  ein ganzer Komplex, der Mittel für Investitionen frei macht. Wir haben es zum Beispiel geschafft, den Wohnungsleerstand von acht auf 2,4 Prozent zu senken. Maßgebend dafür war, dass wir näher an die Mieter herangerückt sind. Jeder hat seinen Ansprechpartner vor Ort, Kundenbetreuer sorgen zeitnah für Instandsetzungen. Wir haben in die Verbesserung des Wohnumfeldes und die Weiterbildung der Mitarbeiter investiert. Damit erreichten wir eine höhere Akzeptanz als Vermieter.

Können Sie Beispiele nennen?

Natürlich! Denken sie an die lange leerstehenden, unsanierten Altbauwohnungen in der Schwedter Straße 25, 27, 29. Auch die Modernisierungen in der Friedrichstraße 23, 25, 35, 37 und 39 zogen sofort Interessenten an. Das wertete natürlich auch die Wohngebiete auf.

Besonders gefragt sind in der Bevölkerung Zwei-Raum-Wohnungen. Welche Rolle spielt das in Ihrer Strategie der Wohnraumentwicklung?

Auch bei uns sind diese Wohnungen sehr beliebt, bei Senioren wie Alleinstehenden, bei Singles wie Paaren. Wir versuchen, dem bei Modernisierungen Rechnung zu tragen. In der Schwedter Straße 25,27 und 29 haben wir zum Beispiel einen Seitenflügel abgerissen und die 27 Wohnungen mit 2400 Quadratmetern zu 27 Wohnungen mit rund 1800 Quadratmetern modernisiert.

Positive Jahresergebnisse, wie sie seit vier Jahren zu Buche stehen, waren in der Vergangenheit bei der Wohnbau nicht selbstverständlich. Worauf hat die Geschäftsführung besonderes Augenmerk gelegt, um schwarze Zahlen zu schreiben?

Es ging vor allem um Kosteneinsparung und Schuldenabbau. Wir konnten Zinsverbindlichkeiten kontinuierlich senken und rund zehn Millionen Euro an Kreditverbindlichkeiten ablösen. Das versetzte die Wohnbau in die Lage, endlich wieder zu investieren, um die Entwicklung anzukurbeln. Nur so konnten wir in den vergangenen vier Jahren rund 22 Millionen Euro in den Gesamtbestand von 3574 Wohnungen fließen lassen.

Welche Objekte profitierten davon?

Mit rund 5,5 Millionen Euro erhielten die Wohnungen in der Schwedter Straße 25,27 und 29 den größten Investitionsanteil. Aber auch Spielplätze liegen uns am Herzen. Für die Neugestaltung wurden in den letzten vier Jahren rund 100 000 Euro ausgegeben. Oder denken Sie an die neuen Parkplätze am Marktberg 37 bis 45 beziehungsweise in der Brüssower Allee 54 bis 58a.

Auf Kredite verzichten Sie dennoch nicht?

Nein, sonst könnten wir vieles nicht leisten. Wichtig ist die gesunde Mischung von Eigenkapital und Finanzierung. Denn natürlich nutzen wir die Möglichkeiten öffentlicher Kreditbanken und der Förderprogramme. Das heißt nicht, dass wir nicht weiter Schulden abbauen werden. Bis zum Jahresende werden wir sie auf 68 Millionen Euro abgeschmolzen haben. Das bedeutet, dass derzeit noch rund die Hälfte der Mieteinnahmen in Zins und Tilgung fließen.

Bis wann ist die Wohnbau schuldenfrei?

Das braucht Zeit. Wirtschaftlich stehen wir solide da. Ein Indiz dafür ist, dass die Rückzahlungsdauer der Darlehen um 20 Jahre verkürzt werden konnte. Bis 2030 wollen wir die Verschuldung im Wesentlichen abgebaut haben, um die Investitionskraft zu erhöhen.