Kurioser Fund:

Was macht das Moped im Unteruckersee?

Hans-Jürgen Schulz liegt seine Heimat am Herzen. Er ist so etwas wie die gute Seele vom Röpersdorfer Strand. Deshalb ärgert er sich auch, wenn Rabauken irgendwelche Dinge in das Wasser werfen, wie jüngst ein Bike, aus dem sogar noch Benzin heraus lief.

Auf den Grund gesunken: Ein Simson-Moped aus DDR-Zeiten.
Hans-Jürgen Schulz Auf den Grund gesunken: Ein Simson-Moped aus DDR-Zeiten.

Die Sonne spiegelt sich im Unteruckersee. Das Wasser ist glasklar und ruhig. Enten und Schwäne schwimmen um den Anlegesteg am Röpersdorfer Strand. Dort dreht Hans-Jürgen Schulz täglich seine Runden. Er hält den Strand sauber und füttert die Enten. Doch am Freitagmorgen paddelt das Federvieh nicht bis vor den Anlegersteg. Es rudert um einen Film aus Benzin und Öl herum, der auf der Wasseroberfläche schwimmt. Hans-Jürgen Schulz sieht genauer hin. Ein Moped liegt dicht vor dem T-förmigen Steg im Unteruckersee. Der Tankdeckel ist geöffnet.

Irgendjemand hat das Moped in den See geschmissen. „Vermutlich, um jemanden einen Streich zu spielen“, meint Schulz, der nicht nur an Land, sondern sich als Taucher auch unterhalb des Wasserspiegels aus. Er steht am Rande des Stegs und fotografiert das Moped der Marke Simson mit seiner Unterwasserkamera. Die Umrisse des blauen Kraftrades schimmern deutlich hervor. Schulz schnappt sich eine lange Harke, er hat keine Lust, den Neopren-Tauchanzug anzuziehen, und zieht das DDR-Kraftrad am Steg entlang. Der See ist dort mehr als eineinhalb Meter tief. Er muss das Moped mehrmals absetzen und mit der Harke nachfassen. Erst nach einer Stunde ist das Krad an Land. „Die Simson scheint fahrtüchtig gewesen zu sein. Die Sitzbank ist neu gepolstert“, sagt Schulz, der das Gefährt am Röpersdorfer Strand abstellt. Dort ist es am nächsten Morgen nicht mehr zu sehen.

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