Betrunkene wollten kostenlose Ware:

Wegen der Zeitung brutal verprügelt

In Prenzlau gab es einen nächtlichen Überfall. Es hat einen 40-Jährigen erwischt, der zusammengeschlagen wurde. Zwei Tage nach der schlimmen Tat sprach Claudia Marsal mit dem Opfer und seiner hochschwangeren Frau.

An dieser Stelle wurde der 40-jährige Prenzlauer vom Rad gerissen und zusammengeschlagen.
Claudia Marsal An dieser Stelle wurde der 40-jährige Prenzlauer vom Rad gerissen und zusammengeschlagen.

„Die Täter haben auf ein Opfer gewartet“, da ist sich Enrico Schilling ganz sicher. Dass gerade er es war, den es traf, das tut er als Zufall ab. „Ebenso gut hätte es meine Kollegin sein können“, setzt der Zusteller nachdenklich hinzu. „Gut, dass ich Dienst hatte und nicht sie“, resümiert der 40-Jährige das schlimme Geschehen vom 14. März.

Lebensgefährtin Kathleen Hildebrandt zuckt bei diesem Satz merklich zusammen, schließlich ist die Erinnerung an die Heimkehr ihres verletzten Partners noch frisch. Stark blutend hatte er plötzlich neben ihrem Bett gestanden und sie gebeten, Hilfe zu holen. Das war ein Schock. Doch die 31-Jährige weiß, dass ihr Enrico es genau so meint, wie er es sagt. „Er kann nicht aus seiner Haut“, sagt die werdende Mutter. 

Nicht einen Tag krankgeschrieben, dann das

Das ist eine Aussage, die sein Chef Roberto Dahm nur bekräftigen kann. „Enrico ist einer meiner fleißigsten Kollegen. Immer einsatzbereit, stets zuverlässig und dem Unternehmen verbunden“, sagt der Leiter der Zustellvertriebsgesellschaft Uckermark (ZVG), für die Schilling seit elf Jahren tätig ist. Nicht einen einzigen Tag habe er in all den Jahren krank gemacht.

Der Zusteller war im Nachtdienst zusammengeschlagen worden, weil er sich weigerte, drei Betrunkenen auf der Straße kostenlos eine Tageszeitung herauszugeben. Auf sein "Nein" hin wurde er zu Boden geschubst, mit den Fäusten geschlagen und getreten. Anzeige ist mittlerweile erstattet worden.

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