Verwandte suchen verzweifelt nach Vermisster:

Wer hat unsere Gitti gesehen?

Seit einer Woche läuft die verzweifelte Suche nach einer 66-jährigen Prenzlauerin. Die orientierungslose Frau ist aus einer Klinik in Angermünde entwichen. Jetzt meldet sich die Schwester der demenzkranken Patientin zu Wort.

Die Schwester der vermissten Prenzlauerin (links) wird von ihrer Enkeltochter in ihrem Kummer gestützt.
Claudia Marsal Die Schwester der vermissten Prenzlauerin (links) wird von ihrer Enkeltochter in ihrem Kummer gestützt.

Gisela B. (Name bekannt) sieht übernächtigt aus. Die 68-Jährige hat tiefe Ringe unter den Augen, als sie das erste Mal mit tränenerstickter Stimme in der Öffentlichkeit über das Verschwinden ihrer Schwester spricht. Sie und die zwei Jahre jüngere Frau waren lange Zeit unzertrennlich. Selbst im Alter stand die eine der anderen bei. Gisela B. war es auch, die die ersten Anzeichen von Demenz an ihrer Schwester bemerkte und darauf drängte, dass diese schnell ärztliche Hilfe bekam. Sie vermutet, dass es trotzdem zu spät war, denn die Krankheit nahm schnell Besitz von der ehemaligen Verkäuferin.

"Von Mal zu Mal baute sie mehr ab", beklagt Gisela B. Ihr größter Albtraum sei gewesen, dass "die Gitti irgendwann mal wegläuft und nicht mehr zurückfindet", sagt die Schwester mit belegter Stimme. Und genau das trat nun ein. Die Uckermärkerin verschwand am Freitag, dem 27. September, kurz nach 14 Uhr aus einer Angermünder Klinik und ist trotz intensiver Suche nicht gefunden worden. Sonderkräfte der Polizei und Feuerwehren haben tagelang die angrenzenden Wald- und Morastgebiete durchkämmt. Sogar Hubschrauber mit Wärmebildkamera kamen mehrmals zu Einsatz. Ohne Erfolg. Die 66-Jährige ist wie vom Erdboden verschluckt. "Ich kann vor lauter Sorge schon keine Nacht mehr schlafen", sagt Gisela B. 

Für wichtig hält sie den Fakt, dass die Vermisste nicht mehr so aussieht wie auf dem Fahndungsfoto. Während ihrer schnell fortschreitenden Krankheit seien ihre Haare schulterlang gewachsen und vollständig ergraut. "Unten hatte sie rot gefärbte Spitzen." Auch das Gewicht sei auffällig aus dem Rahmen fallend. "Sie hat kaum noch gegessen, wurde mit einer Sonde ernährt, ist deshalb spindeldürr gewesen", erklärt die besorgte Angehörige. Sie und ihre Enkelin appellieren an dieser Stelle nochmal an alle eventuellen Zeugen, Beobachtungen sofort an die Polizei zu melden.

Weiterführende Links

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung