Geschickt freie Tage angelegt:

Wer kein Brückentagebauer ist, muss arbeiten

Es ist jedes Mal dasselbe: Zwischen den Feiertagen trifft es in der Regel immer die gleichen Mitarbeiter. Der Rest hat den Dreh raus, wie man Festtage arbeitnehmerfreundlich dehnt.

In vielen Büros herrschte am Freitag gähnende Leere – klarer Fall von Brückentagsruhe.
Benjamin Vorhölter In vielen Büros herrschte am Freitag gähnende Leere – klarer Fall von Brückentagsruhe.

Wer Freitagfrüh zur Arbeit fuhr, konnte aufs Gas treten, denn die Straßen waren leer. Klarer Fall von Brückentagsruhe. 2013 war ein Rekord-Urlaubs-Jahr - zumindest für geschickte Brückentage-Fans. Arbeitnehmer, die ihre Ferien geschickt um die gesetzlichen Feiertage herum platzieren, haben aber auch 2014 Glück: Sieben lange Wochenenden sind drin, oder fast acht Wochen frei mit nur 30 Urlaubstagen. Nach Silvester geht es gleich gut los: Neujahr fällt bekanntlich auf einen Mittwoch. Wer den 2. und 3. Januar frei nimmt, kann aus zwei Urlaubstagen fünf machen. So schlau waren viele Berufstätige zwischen Weihnachten und Neujahr 2014.

Andere hatten es da nicht so gut. „Für mich sind der 27. und 30. Dezember ganz normale Werktage. Einer muss die Arbeit ja machen“, sagte beispielsweise Steffi Thiel. Die Mitarbeiterin der Sparkasse Uckermark hatte keinen Brückentag bekommen. Freitag saß sie an ihrem Empfangsschalter. Auch am kommenden Montag muss sie ran. „Mir macht das aber nichts aus. Die Leute sind nach Weihnachten ja gut gelaunt. Da macht die Arbeit Freude“, sagte die 31-Jährige.

Annette Reinke arbeitet in der Stadtinformation. „Zum Jahresende kommen noch viele Leute vorbei. Da kann man nicht einfach zuschließen“, sagte sie, ebenfalls sichtlich unberührt von der „Strafarbeit“ am Brückentag. Doch egal, wen wir am Freitag befragten, Neid auf die Brückentagebauer war nicht zu hören.

Jene schätzten sich hingegen glücklich. Alexander Lau beispielsweise sagte: „Alle Polizisten, die sich in der Ausbildung befinden, haben Urlaub bekommen. Bis zum 7. Januar kann ich noch Zeit mit meiner Familie und meiner Freundin verbringen“, freute sich der 23-jährige Prenzlauer, der die Polizeifachhochschule in Güstrow besucht. Vielleicht gehört er am Jahreswechsel 2014/2015 zu denen, die Dienst schieben müssen.

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