Erste Diskussionen beginnen:

Wie geht es nach der Landesgartenschau weiter?

Rathenow richtete 2006 erfolgreich die Landesgartenschau "Den Farben auf der Spur" aus. Daraus entstand als Nachnutzung der stadteigene Optikpark mit 128 Mitarbeitern. Im Oktober stellt sich auch in Prenzlau die Frage, wie es nach der LAGA weitergeht.

Elfie Balzer war 2006 Stabschefin der Rathenower LAGA, Joachim Muus ihr Pressesprecher.
Elfie Balzer war 2006 Stabschefin der Rathenower LAGA, Joachim Muus ihr Pressesprecher.

325 000 Besucher haben bereits die „Grüne Wonne“ am Uckersee genossen. So erfolgreich die Landesgartenschau in Prenzlau bisher auch war, auch sie muss einmal zu Ende gehen. Im 6. Oktober wird es soweit sein. Bereits jetzt diskutiert die Lokalpolitik schon über die Zeit danach und wie der Stadt- und Seepark dann genutzt werden kann. Diese Debatte hat Rathenow schon hinter sich. In der 22 000-Einwohner-Stadt, die mit ähnlichen Strukturproblemen wie Prenzlau zu kämpfen hat, kamen 2006 insgesamt 482 000 Einwohner zur 177 Tage dauernden Landesgartenschau. Auf 9,2 Hektar stand sie unter dem Motto „Den Farben auf der Spur“. Das ursprünglich gesteckte Ziel waren 350 000 Gäste gewesen.

„Wir haben eine schwarze Null geschrieben“, sagt Elfie Balzer. 2006 war sie noch LAGA-“Stabschefin“, jetzt ist sie die Geschäftsführerin des Optikparks Rathenow. In der Havelland-Kreisstadt diskutierte man damals ebenfalls die Frage: Wie soll es nach der LAGA weitergehen? Die Antwort wurde in dem stadteigenen Optikpark gefunden. Er zählt pro Jahr circa 90 000 Besucher. „Mittlerweile sind wir im siebten Jahr der Nachnutzung, beschäftigen 22 feste Mitarbeiter und 122 Frauen und Männer über verschiedene Fördermaßnahmen“, sagt Joachim Muus. Auch er ist nun Geschäftsführer des Optikparks. Zur Zeit der Landesgartenschau in Rathenow war er dort der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit.

Das Grüne Klassenzimmer wurde in Rathenow erhalten. 4000 Mädchen und Jungen aus Brandenburg und Berlin nutzen dieses Angebot jährlich. Die städtische Tochtergesellschaft betreibt drei Gastronomiestandorte selbst, dazu einen Flosßbetrieb mit zehn Flößen an der Havel. Es gibt eine große Veranstaltungsbühne, Sport- und Spielangebote, einen Wasserwanderstützpunkt. Teile des Optikparks auf der Schwedendamminsel seien eingezäunt geblieben, die Tageskarte kostet 2 Euro, die Dauerkarte 18 Euro. Natürlich ist die Nachnutzung ein „Zuschussbetrieb“. 500 000 Euro an Bundes-, Landes- und EU-Mitteln fließen jährlich für Löhne der geförderten Mitarbeiter in den park. Hinzu kommen städtische Zuschüsse.

„Das LAGA-Niveau wird nicht zu halten sein“, sagt Joachim Muus. Es wird in einigen Bereichen zum Rückbau kommen. „Aber man muss die Begeisterung und den Enthusiasmus der Bevölkerung für die LAGA in die Zeit der Nachnutzung mit rüber retten.“ Man sehe doch der Region an, wie sehr sie eine Landesgartenschau nötig hatte, sagt er mit Blick auf Rathenow und Prenzlau. Und öffentliche Investitionen würden immer private Investitionen nach sich ziehen. 18 Millionen Euro hatte Rathenow in die Landesgartenschau investiert.

Die Optikpark-Geschäftsführer zeigten sich Donnerstag begeistert von Prenzlau. „Das ist eine richtige Gartenschau“ lobte Muus, der schon das vierte Mal hier ist und im Vorfeld die Baustellenführungen mitgemacht hat. „Die Stadt hat sich toll entwickelt und mich positiv überrascht“, sagte Elfie Balzer.

 

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