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Auf Wegen, wie hier zwischen Zecherin
und Karlshagen, bleibt wenig Platz,
wenn sich Radler begegnen. Foto: Pohl |
Von Daniela Pohl
Ostvorpommern. Die Promenade des Peenemünder Hafens ist überschaubar. Weder am dort ankernden Museums-U-Boot noch bei den Ausflugsschiffen, die von der Insel Usedom in Richtung Festland oder zur Insel Rügen fahren, herrscht an diesem Junitag Gedränge. Dabei ist das Wetter ideal für eine Radtour oder einen Ausflug: Die Sonne scheint und wärmt angenehm die Haut, eine leichte Brise sorgt für ein angenehmes Klima. Dennoch, die Menschenmassen bleiben aus, ebenso wie die Radfahrergruppen. Gerade einmal vier Fahrräder werden um 13 Uhr auf die Fähre geschoben, die stündlich den Hafen des Fischerdorfes Freest anläuft. Zu den Rädern gesellt sich noch eine Handvoll Reisende, alle finden mühelos einen Platz. An die 75 Personen sollen auf die Motorfähre passen. Leise tuckernd entfernt sich die „Apollo I“ vom Kai. In der Ferne erscheint backbord voraus linker Hand die Hafenkulisse von Kröslin. Während an Steuerbord rechter Hand Peenemünde immer kleiner wird, tauchen weit entfernt am Horizont die ersten Zipfel von der Insel Rügen auf. Die Motorfähre folgt jedoch dem Fahrwasser nach Freest und dreht nach Backbord.
Gut zwanzig Minuten nach dem Ablegen kommt die bunt zusammengewürfelte Reisegruppe in dem Fischerort an. Möwen kreisen am Himmel, der Wind weht den Fischduft durch den Hafen, bläst Luft in die aufgestellten Fangnetze. Freest liegt an der Mündung des Peenestroms im Greifswalder Bodden. Die Fischereiwirtschaft ist hier zu Hause, der frische Fang wird auch im Ort als Imbiss oder Tellergericht angeboten.
Knapp drei Kilometer liegen zwischen Freest und Kröslin, dem nächsten Ziel auf der Rundtour. Auf dem straßenbegleitenden Radweg, der Teil des Ostsee-Radfernweges ist und Richtung Wolgast führt, rollen die Räder leicht dahin. Felder und Waldstücke säumen die Strecke und machen die Fahrt interessanter. Hinter Kröslin geht es linker Hand nach Hollendorf. Die asphaltierte Trasse dorthin hat kleine Macken und ist deshalb nicht so angenehm zu fahren, wie der straßenbegleitende Radfernweg entlang der Landesstraße. Dafür belohnt diese Alternativstrecke mit Ruhe und Naturimpressionen.
Grüne Wiesen neben abgeernteten Äckern mit Strohballen, einsame Feldwege und landwirtschaftliche Trassen mit groben Steinen, die unter den Rädern wegschnipsen so präsentiert sich die Teilstrecke zwischen Hollendorf und der Stadt Wolgast. Hin und wieder ist auch der sonst durch sanfte Steigungen versperrte Blick auf den Peenestrom frei, wo einzelne Angler auf einen schnellen Fang hoffen. Kaum ein Radler ist an diesem Tag dort unterwegs, nur ein Traktor rumpelt am Feldrand entlang.
Lebhafter wird es in Wolgast. Aus Richtung Kröslin kommend führen zwei Radrouten in die Stadt, die 2007 ihr 750. Jubiläum feiert, eine am Tierpark entlang, die andere am Weidehof und Friedhof vorbei. Wenige hundert Meter nach dem Zusammentreffen beider Wege beginnt eine rasante Talfahrt in Richtung Spitzenhorner Bucht. Der Schwung reicht beinahe aus, um bis zum Hafen zu rollen. Die Hälfte der 35 Kilometer langen und etwa dreistündigen Rundtour das Warten auf die Fähre und die Überfahrt nicht eingerechnet ist geschafft. Jetzt folgt die Insel.
Das Festland im Rücken geht es mit Schwung über die Wolgaster Brücke, vorbei an den Autos und unter dem blauen Metallmonstrum der Hebevorrichtung hindurch. Bis Peenemünde verläuft dieser Teil der Route immer am Fluss entlang. Plattenwege folgen auf schmale Feld- und Waldwege. Die Natur hat außerhalb der Ortschaften alles im Griff: Wiesen und Schilf, so weit das Auge reicht, ab und an ein Baum. Kraniche und Buchfinken nah am Wegesrand. Die Orte Mahlzow und Zecherin sind ebenso wie der Hafen von Karlshagen eine willkommene Abwechslung. Mit ihren Anlegestellen und Häfen erinnern sie an die Schiffahrt und die nicht allzu weit entfernte Ostsee.
Auf dem letzten Streckenabschnitt, wenige Kilometer vor Peenemünde, übernimmt die Historie die Regie. Bunkerreste in den Peenewiesen ein Anblick der nur Wanderern und Radfahrern vorbehalten ist künden von der militärischen Vergangenheit des Ortes. Greifbar wird dieses Erbe am Ende der Radtour, beim Stopp vor dem Historisch-Technischen Informationszentrum (HTI) in Peenemünde der einstigen Heeresversuchsanstalt der Nationalsozialisten.
Am Rande der Strecke...
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Blick auf Wolgast mit dem Hafen, der Peene-Werft und der St.Petri
Kirche. Foto: Pohl |
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