id="external">

Ostvorpommern

Anspruchsvolle Landpartie mit Bootsausflug
Die Radlerin ist nach Kamp unterwegs.
Von dort geht es mit der Fähre bis nach
Karnin auf Usedom. Fotos: Pohl
Von Daniela Pohl

Ostvorpommern.Wo soll es langgehen? Bereits am Ausgangspunkt - am Anklamer Bahnhof - stellt sich diese Frage. Sowohl nach rechts als auch nach links zweigt ein Radweg ab. Der eine führt über die Peenewiesen nach Kamp, der andere durch den Libnower Wald zur Zecheriner Brücke.

Die Entscheidung ist getroffen, an diesem Morgen geht es zuerst nach Kamp. In Anklam folgen auf das Bahnhofsgebäude das Otto-Lilienthal-Museum, die Zuckerfabrik und die Kläranlage. Danach gibt es nur noch Wiese, Kühe, Insekten und eine beinahe unglaubliche Ruhe. Die Karniner Eisenbahn-Hubbrücke weist den Weg. Die erste Etappe ist eine holprige Angelegenheit. Der Plattenweg, der sich durch den nordöstlichen Teil der Peenewiesen schlängelt, ist im Mittelteil geteert. Es fährt sich dort gut. Dennoch gibt es immer wieder Abschnitte, in denen Platte an Platte liegt. Dort wird der Hintern bei jedem Absatz gnadenlos daran erinnert, dass das Rad keine Federung besitzt. Auch auf den letzten Kilometern vor Kamp geht es nochmal ans Eingemachte: Eine mit Löchern übersäte Straße, gespickt mit kleinen Steinen und Schotter, lassen um die Reifen bangen.

Vom Ortseingang bis zum Hafenbecken sind es nur wenige hundert Meter. Bei der Fahrt aufs Hafengelände sucht das Auge sofort die Karniner Eisenbahn-Hubbrücke. Das gewaltige eiserne Denkmal thront mitten im Wasser, wirkt gespenstisch und verlassen. Christof Reimann sieht das Ungetüm jeden Tag. Mit seiner „Maria“ fährt der Fährmann aus Kamp immer daran vorbei. Er kennt die staunenden Blicke der Touristen und das Geklicke der Kameras.

Wirkt die Brücke von Kamp aus unnahbar, so scheint sie vom Karniner Ufer aus zum Greifen nah. Obwohl beide Häfen nur wenige hundert Meter voneinander entfernt sind, liegen doch Welten zwischen ihnen. Mit der Abfahrt in Kamp bleibt das Festland zurück. Die ersten Schritte in Karnin sind der Beginn der Inselreise. Und wie sollte es auch anders sein: Die erste Mahlzeit auf der Insel ist ein Fischbrötchen - serviert von Hafenmeister Uwe Bärenwald, der dort auch den Imbisswagen und die Marina betreut.

Nach einem kurzen Sprint die Anhöhe Richtung Mönchow hinauf grüßt linker Hand der ehemalige Lotsenturm, das Haff glitzert im Sonnenlicht. Die von großen Bäumen gesäumte Straße führt direkt nach Usedom. Für einen Abstecher nach Westklüne am Rande des Usedomer Sees bleibt noch Zeit. Es ist eine Fahrt ins Ungewisse: Zwar leuchtet das Schild mit dem Wort „Fährmann“ am Wegesrand; ob für die Überfahrt jedoch ein Boot am Wasser wartet, ist ungewiss. Die Sorge ist unbegründet: Norbert Gaede schwingt sich am gegenüberliegenden Ufer ins Boot und setzt über. Ruck ruck sind Räder und Radwanderer verstaut und nach Ostklüne gebracht.

Von dort aus ist es bis nach Usedom nicht mehr weit - ein paar Kilometer auf asphaltierten Straßen durch die Dörfer, und schon blinkt einem die Kirche auf dem historischen Usedomer Marktplatz entgegen. Raus aus der Stadt geht es durch das Anklamer Tor - ein wahrhaft großer Hinweis auf das eigentliche Ziel - Anklam.

Der Weg zur Hansestadt führt auf der Rücktour über die Zecheriner Brücke - an diesem Abend ein wahres Anglerparadies. Barsch um Barsch findet sich nach Luft schnappend in den Eimern der Angler wieder. Mit der Brückenüberquerung nimmt der Autolärm deutlich zu. Nur wenige Meter trennen dort Radweg und B 110 voneinander. Bis Libnow geht es im ständigen Auf und Ab am Waldrand entlang, danach rollen die Räder durch den Wald, bis die scharfen Kurven in Relzow die Fahrt drosseln. Wieder zurück an der Bundesstraße - diesmal die B 109 - rückt Anklam Meter um Meter näher. Nach dem Ortsschild geht es unter der Eisenbahnunterführung hindurch, über die Holzbrücke hinweg bis auf den Marktplatz.

Am Rande der Strecke...

Wer in Anklam die Wessel’sche Mühle und die Holzbrücke passiert
hat, der ist nur noch wenige Meter vom Marktplatz der Hansestadt
entfernt. Dort bietet sich ein schöner Blick auf die St.-Marien-Kirche.
































<< zurück