Ostvorpommern

Radtour nördlich der Peene
Rundweg für historisch Interessierte
Für das Quilower Wasser-
schloss gab es schon viele Pläne,
die nie verwirklicht wurden.
Foto: Diekhoff
Radtouren Ostvorpommern bietet Radwanderern ein wahres Paradies. Auf dieser Strecke gibt es viele spannende Dinge aus alten Zeiten zu entdecken.

Von Matthias Diekhoff

Ostvorpommern. Eigentlich ist es egal, wo man sich auf das Rad schwingt, um den historisch sehr interessanten Rundkurs nördlich der Peene zu beginnen. Wer es aber gern chronologisch hat, sollte dies bei Wahlendow tun. Etwas abseits der Kreisstraße verstecken sich dort im so genannten Kuhbergholz Dutzende von Hügelgräbern, die noch aus der Bronzezeit stammen. Vor einigen Jahren haben Ausgrabungen gezeigt, dass dort auch schon in der Jungsteinzeit Menschen aufwendig beerdigt wurden.

Weiter geht die Tour im Schatten einer prächtigen Kastanien-Linden-Allee nach Rubkow. Hier lohnt sich ein kleiner Zwischenstopp an der Kirche, die vor 750 Jahren gebaut wurde. Ganz in der Nähe befindet sich auch das ehemalige Rubkower Gutshaus, in dem bis zum vergangenen Jahr eine Schule untergebracht war.

Von Rubkow windet sich die Kreisstraße nach Daugzin, die hier zugleich auch als Radrundweg Peenetal ausgeschildert ist. Der Ort Daugzin empfängt den Radwanderer mit einem von alten Kastanien gesäumten Kopfsteinpflaster, an dessen Ende sich eine kleine Rast am Dorfteich anbietet. Am Rand des Ortes beginnt ein asphaltierter Weg in Richtung Bundesstraße 109. Dort lässt es sich gut fahren, auch wenn der Weg hin und wieder von Autos genutzt wird. Linker Hand ist die Silhouette von Anklam zu sehen. Ansonsten geht der Blick über weite Felder.

In Bömitz ist das Schlimmste überstan-
den. Das ehemalige Herrenhaus lädt mit
seinem Restaurant zu einer Rast ein.
Foto: Diekhoff
Dann erfordert eine kleines Stück Bundesstraße Aufmerksamkeit. In Ziethen wird aber nach rechts abgebogen und der Verkehr wird ruhiger. Jargelin bleibt links liegen, aber der nächste Ort Menzlin erfordert unbedingt einen längeren Aufenthalt. Von der Straße geht es etwa eineinhalb Kilometer in Richtung Peene. Am Ende des Weges liegt eine Kanustation, an der auch ein Imbiss angeboten wird. Das besondere an diesem Ort sind jedoch die in unmittelbarer Nähe liegen Schiffsgräber aus der Zeit, als Menzlin ein bedeutender Handelsplatz der Wikinger war. Wer mehr erfahren möchte, für den werden dort auch Führungen angeboten. Auf dem Plattenweg zurück zur Kreisstraße sollte man sich ruhig bewusst machen, auf einem Teilstück der „Via Regia“ zu radeln, die einstmals die Elbmündung mit Stettin verband und um 1075 von dem Chronisten Adam von Bremen erwähnt wurde.

Die Kreisstraße wiederum ist ein Teil der so genannten Vorpommerschen Dorfstraße. Unter diesem Titel sind Straßen und Wege zu beiden Seiten der Peene und im Lassaner Winkel zusammengefasst. Vorbei an Klein Polzin und durch Groß Polzin geht es so nach Quilow. Dort gibt es eine kleine Kirche zu besichtigen, das Domizil des bekannten Trabbi-Buggy-Clubs und eine altes Wasserschloss, das leer steht und sich derzeit in einem bedauernswerten Zustand befindet. Allerdings mehren sich die Zeichen, dass es bald zu einer Sanierung kommen könnte.

Die Rubkower Kirche gehört
zu den ältesten in der Region.
Dort können auch alte Grab-
platten besichtigt werden.
Foto: Diekhoff
Auch in Quilow besteht die Möglichkeit, in Richtung Peene abzubiegen. Wer möchte, kann sich dort mit der Fähre nach Stolpe übersetzen lassen, wo es nicht nur den Fährkrug, sondern auch ein hergerichtetes Schloss, die Ruine des ältesten Klosters in Pommern, eine kleine Kirche und das Dörphus zu besichtigen gibt. Von Quilow geht die Rundreise über einen Plattenweg weiter nach Schlatkow, wo in diesem Jahr der 200. Jahrestag der Unterzeichnung des Waffenstillstandes zwischen Schweden und Franzosen gefeiert wird. Dazu gibt es eine Ausstellung im ehemaligen Gutshaus. Direkt daneben wird in der Melkerschule ständig Kunst gezeigt.

Auch eine Kirche gibt es Schlatkow, ebenso wie in Klein Bünzow und Groß Bünzow, den nächsten Stationen. Zwischen diesen Orten wird wieder die Bundesstraße überquert. Hinter Groß Bünzow ist es dann allerdings vorbei mit dem gemütlichen Fahren. Durch Klitschendorf bis nach Bömitz geht es über Kopfsteinpflaster, das selbst den hartgesottensten Radler in Mark und Bein fährt. Damit ist das Schlimmste dann auch schon überstanden. Zur Belohnung für die durchstanden Strapazen locken eine Rast im Restaurant des Bömitzer Landhotels oder ein erfrischendes Bad im Buggower See bei Wahlendow, wo der historische Ausflug auch seinen Anfang nahm.

>>> Unterwegs


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