Mecklenburg-Strelitz

Die Postkutschentour
Früher verkehrte hier die Postkutsche.
Der Goldenbaumer Damm ist denkmal-
geschützt. Fotos: Ivonne Zimmermann
Von Ivonne Zimmermann

Mecklenburg-Strelitz. Die Sonne blinzelt ins Gesicht, Arbeit steht nicht an - ausgezeichnete Voraussetzungen für eine Fahrradtour. Und wenn Klärchen es mal wieder besonders gut meint, ist ein Weg unter einem Blätterdach, zum Beispiel über Goldenbaum, Wutschendorf, Grammertin, Wokuhl und Waldsee angebracht.

Als Ausgangspunkt empfiehlt sich das ehemalige Waldschloss Waldsee. Ein Fahrradverleih im Haus macht es möglich, bis dorthin mit dem Auto zu fahren. Eine schmale holprige Straße führt vom Sägewerk Koldenhof in Richtung Goldenbaum. Nach kurzer Zeit weist ein Schild am Straßenrand nach links. Dort abgebogen erscheint wenige hundert Meter weiter zwischen den Bäumen das ehemalige Jagdschloss. Parkplätze, Gastronomie und auch Hotelbetten sind dort vorhanden. Das Haus befindet sich jedoch momentan im Umbau. Fahrräder können trotzdem ausgeliehen werden. Einfach vorher anrufen: 039820 33770.

Auf dem Sattel Platz genommen fährt, man nun nach rechts vom Grundstück runter. Diese Strecke kommt dem Autofahrer schon bekannt vor. Die Straße trifft nach einigen hundert Metern auf den Goldenbaumer Damm. Dort geht’s dann aber nicht nach rechts wieder in Richtung Koldenhof, sondern nach links, in Richtung Goldenbaum, Carpin, Wutschendorf. Ein Schild aus Holz weist den Weg. Fünf Kilometer Holperdamm liegen jetzt vor dem Radler. Eine Infotafel klärt über die Straße auf: Es ist der Goldenbaumer Damm, ein historischer Postweg zwischen Feldberg und Neustrelitz. 1794 ging ein Postbote jeden Dienstag und Donnerstag diesen Weg. Später verkehrte dort die Postkutsche. Die letzte Pferdepost Mecklenburgs wurde mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke 1910 eingestellt. Die Kopfsteinpflasterung entstand in den Jahren von 1928 bis 1932. Die Steine für den Ausbau wurden aus Findlingen in der Umgebung geschlagen. Der heutige schlechte Zustand der denkmalgeschützten Pflasterstraße, so die Information der Infotafel, ist vor allem das Ergebnis der Nutzung als Teststrecke des Panzerreparaturwerkes Neubrandenburg in den 70er-Jahren.

Der Zustand des Goldenbaumer Damms tut dem Radelspaß aber keinen Abbruch, denn die Straße wird die gesamte Strecke über von einem festen Sandstreifen begleitet. Das kommt dem Radlerhintern sehr entgegen. Der Weg wird von einer Brücke über den Goldenbaumer Mühlenbach unterbrochen, der von Wiesen umsäumt ist, mündet dann aber wieder in den Blättertunnel.

In Goldenbaum angekommen, begrüßt Meister Adebar mit Geklapper die Radler. Eine gepflasterte Straße schlängelt sich durch den kleinen beschaulichen Ort. Kirche und Sitzgruppen aus Holz laden zum gucken und verweilen ein. Der Hauptstraße folgend weist wiederum ein Schild den Weg nach links. Wokuhl steht darauf. Ein Plattenweg führt den Radler nun an Wiesen, Rinderherden und Badestellen vorbei und durch Wälder hindurch. In Wokuhl angekommen links abbiegen und dann in einer Rechtskurve wiederum nach links, in die Lychener Straße. Dann weist auch gleich wieder ein Schild nach links Richtung Gnewitz. Ein Waldweg führt durch den kleinen Ort hindurch und biegt links ab nach Waldsee. Dort wiederum links abgebogen ist bald wieder das Jagdschloss in Sicht.

Ausbau: Anfangs ist es noch ein holpriger Damm, dann ein Plattenweg und schließlich Waldweg. Befahren lassen sich alle Teilstrecken der Postkutschentour relativ gut. Sandwege erschweren in trockenen Zeiten das Vorankommen. Hinzu kommt, dass der Radler zwischen Wokuhl und Gnewitz manchmal in einer Staubwolke fährt. Autofahrer kommen jedoch nicht oft vorbei.
Beschilderung: Vor Antritt der Fahrt sollte man sich mit einer Karte einen Überblick über den Verlauf der Strecke verschaffen. Die Orte sind gut ausgeschildert. Die aus Holz gefertigten Wegweiser passen sich in die Natur ein und geben so ein schönes Bild.

Tour führt durch eine Endmoräne...



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