Kirchlein im Grünen

Französisches Fachwerk im Lindenhain
Foto: D. Laarz
Alt Placht (dla). Anke Hopp und ihre Tochter Marte aus Neuss besuchen zum ersten Mal das „Kirchlein im Grünen“. Ein Verwandter aus Lychen hat die beiden über den Uckermärkischen Radrundweg zum beliebten Ausfl ugsziel geführt. Gerade noch rechtzeitig. Eben fallen die ersten Tropfen eines kräftigen Regengusses vom Himmel, als das Trio die Räder innerhalb des Feldsteinwalls abstellt. Die ersten Lobesworte der Besucherin gelten dem Radweg. „So toll ausgebaute Wege gibt es bei uns nicht.“

Dann begutachten Mutter und Tochter das kleine Gotteshaus. Dunkle Holzbalken zieren helle Lehmwände. Der blaue Holzturm leuchtet schon von weitem durch die Baumwipfel. Holztafeln informieren über die wechselvolle Geschichte der Kirche. Radler und Spaziergänger merken es kaum: Bewegen sie sich vom Waldrand auf das „Kirchlein im Grünen“ zu, wandeln sie auf den Spuren des mittelalterlichen Dorfes Placht. Von dem Ort ist freilich nichts mehr zu sehen. Nur die reetgedeckte Gutskapelle steht noch – an einem verwunschenen Platz, inmitten eines Lindenhains.

Fast 100 Jahre verfiel der hugenottische Bau, bevor Anfang der 90er Jahre einige Enthusiasten sich des Kleinodes annahmen. 1994 konnte in der Kirche der erste Gottesdienst gefeiert werden. Ein Jahr später erklang erstmals wieder eine Glocke in der Kirche. Seitdem ist das „Kirchlein im Grünen“ Konzertplatz, Besinnungsort und willkommener Rastplatz für Radtouristen. Die Türen des Gotteshauses sind im Sommer stets geöffnet.

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