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Therese und Isabell Brandt mit Papa
Silvioaus Parlow fahren gern mit dem
Rad zum Aussichtspunkt am Moor,
wo oft die Kraniche stehen.
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Von Sigrid Werner
Anspruchsvoll. Gut 100 Kilo- meter in einem Ritt. Etwa sechs Stunden reine Fahrzeit. Aber auch Hobbyradler schaffen das mit genügend Pausen, ergab der Test.
Uckermark. Los geht es in Templin am Seehotel am Lübbesee, wo man sich auch Fahrräder ausleihen kann. 48 Kilometer weisen bis nach Angermünde. Doch die Fahrt auf dem mit Asphalt ausgebauten
Uckermärkischen Radrundweg (URR) geht zügig voran.
Zunächst knapp neun Kilometer durch die Buchheide. Frühaufsteher können fast im Vorbeifahren ihren Pilzkorb füllen. Auf dem Feld kurz vor Ahlimbsmühle lassen sich viele Vögel beobachten, Milan, Bussard… In Ahlimbsmühle wird die Landstraße überquert, der URR rechts weiter nach Gollin genommen. Ein wenig Vorsicht ist im Nadelwald geboten, der Weg ist mit Kienäpfeln übersät. In Gollin geht es ein Stück ins Dorf hinein bis der ausgeschilderte Radweg scharf nach links Richtung Reiersdorf abbiegt. Schilder erklären Wissenswertes zum Biotop Wald. Auf gemütlichen Bänken kann hier die erste Trinkpause eingelegt werden. In Reiersdorf erzählt eine Schautafel vom Reiersdorfer Seebruch. 2003 noch als Kleiner Kelpinsee bekannt, ist er einer von 15 in den letzten zehn Jahren verschwundenen Seen im Biosphärenreservat. Mit etwas Glück lassen sich vom Hochsitz aus Rehe, Rothirsche, Dam- und sogar Muffelwild beobachten. Kurvenreich macht die Piste Richtung Friedrichswalde dann richtig Spaß. Doch Vorsicht, in dem Waldstück kann hinter jeder Biegung Gegenverkehr radeln.
Zwei Kilometer vor Friedrichswalde wird man kräftig durchgerüttelt. An Kreiszuständigkeiten scheiterte vor wenigen Jahren der durchgängige Ausbau des Radweges. So schummelt sich der Radler die letzten Kilometer zwischen Seitenstreifen, Kopfsteinpflaster und Teerflicken mühevoll bis Friedrichswalde. Hier biegt man auf die Hauptstraße nach rechts Richtung Joachimsthal. Etwas hinter der Dorfmitte findet sich auf der linken Straßenseite versteckt das Hinweisschild auf den wieder links abbiegenden URR. Die barnimschen Friedrichswalder haben sich übrigens trefflich auf die radelnden Durchreisenden eingestellt. Der Hofladen ist montags bis sonnabends immer schon ab 7 Uhr geöffnet, Künstler zeigen neugierigen Gästen gern ihre Arbeiten, zum Beispiel im Skulpturenhof. Von Friedrichswalde geht es weiter auf 1-A-Radwegen über Parlow nach Glambeck. Bergauf, bergab, vorbei an grünen Wiesen, durch Pilzwälder. Die Ausschilderung ist top. Nach etwa 27 Kilometern gleich hinter Parlow erlaubt ein Aussichtspunkt einen weiten Blick über moorige Wiesen, auf denen sich Kraniche tummeln.
In Glambeck trifft sich der Uckermärkische Radrundweg mit dem Berlin-Usedom Radweg (BU), beide verlaufen ab dort bis kurz hinter Wolletz parallel. Am Wolletzsee ist Gelegenheit für eine kleine Abkühlung im Wasser. An den Blumberger Fischteichen angekommen, kann man sich entscheiden und entweder gleich dem Fernradweg Berlin-Usedom folgend, direkt auf den Weg Richtung Prenzlau nach links einbiegen oder sich geradeaus halten und einen Abstecher über Kerkow nach Angermünde machen. Der Besuch des NABU-Erlebniszentrums Blumberger Mühle kurz vor Kerkow empfiehlt sich in jedem Fall: als Pause für strapazierte Gesäße nach etwa 40 Kilometern in den Beinen. Wer sich für einen Abstecher nach Angermünde entscheidet, kann auch im Gut Kerkow (immer dem URR folgend) Rast einlegen. Unter anderem saftiges Rindergulasch und Tafelspitz aus eigener Produktion bietet Landwirt Niedeggen hier an.
Nach Hofbesichtigung und Bummel durch den Bauernmarkt kann die Tour weitergehen auf dem Radweg parallel zur B 198 hinein nach Angermünde. Hier empfehlen sich mindestens ein Abstecher zum Tierpark und auf den liebevoll restaurierten Markt mit seinen witzigen Brunnen. Wer dabei den Wegweiser zum Uckermärkischen Radrundweg verpasst hat, sollte einfach nach der Mündeseepromenade fragen, und ist dort wieder richtig, fährt vorbei am Findlingsskulpturenpark aus der Stadt hinaus. Von den höher gelegenen Feldern aus erblickt der Radler ein wundervolles Panorama der uckermärkischen Kleinstadt. Der Ausschilderung folgend, führt der Weg bis nach Kerkow zurück und von dort an der Blumberger Mühle vorbei wieder bis zum Abzweig des Berlin- Usedom-Radweges bei den Blumberger Fischteichen. Hinein geht es in den Görlsdorfer Forst. Jetzt macht es sich bezahlt, sich mittags gut gestärkt zu haben. Denn der schwierigste Teil des Weges beginnt.
Unausgebaut präsentiert sich der „BU“ hier noch, es geht auf einem sandigen, bei feuchter Witterung mit Wasserlöchern gespickten Waldweg bergauf, bergab. Für Radwanderer mit vollem Campinggepäck eine Kraftprobe bis hin nach Peetzig zum Peetzigsee. Eine gut gepflegte Badestelle lädt hier zum Verweilen ein und entschädigt ein wenig für die Qualen. Ab dort heißt es, gut ausschauen. Denn so lückenlos, übersichtlich, eindeutig und einheitlich wie zwischen Templin und Angermünde ist die Ausschilderung des Fernradweges Berlin-Usedom längst nicht. Peetzig durchquerend kommt man nach Steinhöfel. Den Heidenradweg nach Greiffenberg rechts liegen lassend. Mehr als nur „leicht hügelig“, wie in so manchem Radtourenbuch beschrieben, ist der Abschnitt. Eher steil sind die Anstiege und ziemlich lang. Dafür entschädigt eine herrliche Aussicht über die offene Landschaft. Selbst der Lützlower Windpark lässt sich von hier aus erahnen.
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| Die Blumenberger Mühle bei Kerkow, für sich allein schon ein lohnendes Ziel für einen Ausflug. Fahrradständer gibt es genug vor dem Baum-Haus. |
Ein weiterer Härtetest folgt nach Steinhöfel, wo es an der Kirche vorbei am Ortsausgang in der Linkskurve nach rechts in die Zufahrt zur Koppel 1 geht. Wer noch Kraft hat und geradeaus fährt, kann vorher einen Abstecher zur Lehrschäferei Kath nach Friedrichsfelde machen. Alle anderen nehmen den zweispurigen Plattenweg. Stark holprig lässt er das Gepäck kräftig hopsen und geht dann in einen nicht minder fahrradunfreundlichen Feldweg über. Das Fahren mit Gepäck wird hier zur Tortur. „Sind wir hier richtig nach Stegelitz?“, fragen Radwanderer berechtigt an einer Weggabelung. Die meisten folgen dem breiteren Weg und werden damit dem BU untreu. Aber kein Hinweisschild belehrt sie eines Besseren.
Die Alternative sieht, zugewachsen und umsäumt von Hecken, nicht gerade vertrauenserweckend aus. So kommen die „verirrten“ Radler über einen Bahnübergang und müssen sich dann links halten, auf der viel befahrenen Straße Wilmersdorf-Suckow dem Autobahngeräusch folgen. Kein Schild weist ihnen den Weg. Schließlich sind sie nicht dem original BU gefolgt, der sie auf dem Forstweg zur neu gebauten Autobahnüberquerung auf dem Pfingstberger Damm bis nach Stegelitz gebracht hätte auch auf unausgebauter Strecke. Schreiadler sollen nicht gestört werden, weshalb der Ausbau des BU-Radweges hier nicht vorankommt. So folgen die Verirrten der Straße bis zum Abzweig Stegelitz und biegen dort rechterhand auf den asphaltierten Radweg nach Warnitz ein. Der verwandelt sich nach etwa 800 Metern in einen kurvigen, viel Aufmerksamkeit fordernden zweispurigen Plattenweg.
Der Verkehr auf der Trasse ist im Sommer immens. Warnitz entschädigt jedoch für die AnstrengungenMan hat die Qual der Wahl, ob man sich bei einer „Fuhre Mist“ im Gasthof „Deutsche Eiche“ mit riesigem Schnitzel stärkt oder ein paar hundert Meter weiter am Quast im Panorama Hotel an einem Eisbecher auf der Sonnenterrasse labt oder speist. Hier kann man an der hauseigenen Badestelle gleich in die Fluten des Oberuckersees tauchen. Hinterm Quast führt der Weg rechts über den Bahndamm und gleich wieder links dem Höhnesweg folgend vorbei an Mutterkuhherden bis zum Mittelpunkt der Uckermark kurz vor Seehausen: In Seehausen führen mehrere Wege zum Ziel nach Prenzlau.
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Am Ziel. Malerisch still liegen der
Unteruckersee und die Penzlauer
Altstadt in der Abendsonne.
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Die Ausschilderung für den Berlin-Usedom- Radweg ist für Ortsfremde wieder einmal nicht eindeutig. Nach Prenzlau geht es nach rechts über Seelübbe den Unteruckerseerundweg (UUR) entlang oder geradeaus durch Seehausen und Potzlow hindurch bis nach Strehlow. Dort weiß man wieder genau, wo man ist. Ein Fahrrad zeigt die Richtung nach Usedom. Ab hier darf man auch dem gefahrloseren Radweg folgen. Nach mehr als 80 Kilometern in den Beinen inzwischen eine Wohltat.
Am Abzweig Zollchow geht es rechts nach Zollchow hinein, linkerhand durch den Ort und dann auch völlig ohne Abgasbelästigungen und Ausweichen auf Randstreifen auf den Radweg, fern vom Straßenverkehr mit seitlichem Blick auf den Unteruckersee bis nach Röpersdorf. Wer jetzt Abendbrot-Hunger verspürt, kann im Restaurant des Hotels Schilfland einkehren und muskelspendendes Eiweiß in Form von Fischgerichten „tanken“, bevor es die letzten 3,5 Kilometer den Radweg am Unteruckersee entlang bis hinein zur Uckerpromenade nach Prenzlau geht.
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