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Variabel. Das ausgedehnte Wegenetz im Unteren Odertal lässt je nach persönlichen Ambitionen Abstecher zu Naturschönheiten und Sehenswürdigkeiten zu. UNTERES ODERTAL. Im Gegensatz zu der sportlich recht anspruchsvollen, gut einhundert Kilometer langen Drei-Städte-Tour (TemplinAngermündePrenzlau), die der Uckermark Kurier am 7. August vorstellte, hat es der Radtourist bei Touren durch den Nationalpark Unteres Odertal selbst in der Hand, welches Tempo und welche Entfernungen er sich vornehmen will. Wer „auf Zeit“ fahren oder auch mehr Kondition erfordernde Steigungen vermeiden will, für den sind die asphaltierten Wege auf den zum Teil erst 2006 neu ausgebauten Deichen entlang der Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße genau das Richtige. Großzügig angelegt, ermöglichen sie einen gefahrlosen Begegnungsverkehr. Inge Lammers, Dorothee Schindler und Edda Reichinger, drei sportliche Radlerinnen aus Berlin, Bayern und von der Nordsee, starteten in Görlitz auf dem Oder-Neiße-Radweg. Nach 306 Kilometern, verteilt auf mehrere Etappen, endete ihre mehrtägige Tour im uckermärkischen Schwedt. Für die drei Damen zwischen 55 und 66 Lenzen führte der Radweg durch eine unbeschreiblich schöne und abwechslungsreiche Landschaft, die eine große Ruhe ausstrahle: „Eigentlich haben wir überhaupt nichts daran auszusetzen. Nur ein paar Bänke könnten öfter zum Verweilen einladen.“ Wer in die Natur des Nationalparkes tiefer eindringen möchte, sollte nicht davor scheuen, die Deichkronen in östliche Richtung zu verlassen und die weniger gut befestigten Wege, die in die Nasspolder der alten Oder zum Grenzfluss Oder führen, zu erkunden. Wer in Schwedt auf dem Parkplatz unmittelbar vor der Oderbrücke startet, passiert und überquert die Brücke, um vorbei am „Langen Toch“ in Richtung Saathener Wehr zu fahren. Eine abwechslungsreiche Fluss-Auenlandschaft lohnt diesen knapp sieben Kilometer langen Abstecher. Am Saathener Wehr angekommen, blickt man über die Oder ins polnische Zaton Dolny (Niedersaathen) mit der reizvoll gelegenen Kirche am Hang. Viele Ausflügler sind dabei erstaunt, wie hügelig sich die östliche Seite entlang des Grenzflusses präsentiert. Ein größerer Rastplatz, aber auch die Oderwiesen mit freiem Blick auf den Schiffsverkehr laden zum kurzen Verweilen ein.
Übrigens ist der Oder-Neiße-Radweg (ON) zwischen Schwedt (beginnend weiter nördlich bei Hohenfelde) und Stolpe identisch mit dem Verlauf des Uckermärkischen Radrundweges (URR). Wer neben der ursprünglichen Natur an der wechselvollen Geschichte des Landstriches interessiert ist, der sollte auf jeden Fall Abstecher nach Zützen, Criewen und Stolpe einplanen. Alle drei Orte sind über Brücken, die über die Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße führen, direkt vom Oder-Neiße-Rundweg aus zu erreichen. Zudem bieten alle drei Orte, die über gastronomische Einrichtungen und Übernachtungsmöglichkeiten verfügen, selbst gute Ausgangsmöglichkeiten, um in unmittelbarer Nähe des Radwegenetzes vom Auto aufs Rad oder umgekehrt umzusteigen. Die Rastplätze befinden sich in einem unterschiedlichen baulichen Zustand. An manchen nagte inzwischen der „Zahn der Zeit“, auch die Papierkörbe quollen zumindest zum Zeitpunkt der Sonntagstour des Uckermark Kurier mit Flaschen und Verpackungsresten gefüllt über. Spielgeräte sind nicht überall vorhanden. Ärgerlich ist die teilweise Irreführung ortsunkundiger Radler durch überholte Umleitungsschilder, die aus der Zeit inzwischen größtenteils beendeter Baumaßnahmen an den Deichen stammen. Hier ist der Tourist im Zweifelsfall gut beraten, die Auskunft Einheimischer einzuholen. Gastwirt Raupach, „Zum Winkel“ in Zützen, zeigt sich beispielsweise auf Nachfrage über den aktuellen Stand der Radwege-Baustellen gut informiert. Ebenso kompetent ist die Auskunft im Nationalparkhaus in Criewen. Zahlreiche Flyer und Informationsbroschüren zu Ausflugszielen der Region liegen zudem zur Mitnahme bereit. Der Berliner Tourist Claudius Wegenast bedauerte allerdings nach seinem dortigen Besuch, dass die Kenntnis der Radwege auf der polnischen Seite des Schutzgebietes derzeit noch sehr spärlich seien: „Hier würde ich mir Karten und Informationsmaterialien wünschen, die nicht an der Bundesgrenze enden.“
Während die Ausschilderung der Radwege, bis auf die erwähnten Umleitungsschilder, im Gros zufriedenstellend ist, vermisst man in den Orten selbst wichtige Hinweisschilder zu Sehenswertem. In Stolpe betrifft dieses zum Beispiel die Aufstiegsmöglichkeiten vom Dorf zum „Grützpott“ oder zum Grab des bedeutenden Geologen Christian Leopold von Buch. |
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