Uckermark
Friedrichswalde:
Die Schorfheide – neues Künstlerglück für den Aussteiger Lutz Kittler


Lutz Kittler mit „Mensch und Stier“. Foto: Diana Laarz
Lutz Kittler wollte das machen, „was man aussteigen nennt“. Weg vom Rhein, weg von den Großstädten Köln, Bonn und Koblenz, den Beruf als Tierarzt hinter sich lassen. Seit vier Jahren wohnt der Bildhauer mit seiner Frau in der Schorfheide, genauer in Friedrichswalde. Dort haben sie den Skulpturenhof eröffnet.
„Mensch und Stier“ – das ist das neue Lieblingsprojekt von Lutz Kittler. In seinem Freiluftatelier stehen die großen Granitskulpturen – eine „Verbindung zwischen Mensch, Tier und Natur“, sagt der Künstler. Überhaupt, der Granit. Früher, vor seiner Ankunft im brandenburgischen, hat Lutz Kittler mit Basaltlava gearbeitet. Ein Stein – hell und porös – der vor allem in der Eiffel vorkommt.
Noch immer gibt es im Garten einen großen Vorrat an Rohmaterial. Doch der 60-Jährige ist umgestiegen. Mit Freuden, wie er sagt. Auf den heimischen Granit. Die Motive sind dieselben geblieben – grob behauen, abstrahierend, religiös-biologische Themen – nur der Stein ist dunkler.

Das Haus des Bildhauers in Friedrichswalde ist nicht zu verfehlen. Eine Frauenfigur aus Holz am Wegesrand weist den Weg. „Wenn wir zu Hause sind, kann jeder gern hereinkommen“, sagt Sigrid Ryll-Kittler. Eine Einladung auch an kunstinteressierte Radwanderer. Sigrid Ryll-Kittler hat die Vermarktung der Werke ihres Mannes übernommen. Regelmäßig organisiert sie auf dem Skulpturenhof Ausstellungen. Am 23. September beginnt dort die zweite Jahresaustellung. Auch ein Glaskünstler wird seine Werke vorstellen. Die Vernissage startet um 15 Uhr.

Lutz Kittler ist also längst künstlerisch und privat in der Schorfheide angekommen. Seine Ruhe hatte er haben wollen, sagt er. Die hat er nun. In dem kleinen Ort am Krummen See fühlt er sich gut aufgehoben. Nur einige Häuser entfernt lebte der erst jüngst verstorbene Maler und Grafiker Manfred Tekla. Seine „Kunstkate“ erkennen Besucher an der mit Naturmotiven verzierten Giebelfassade. Die Familie des Künstlers hält sein Andenken hoch. Das Atelier ist noch unberührt. In einem Zimmer lagern die vielen lesenswerten Kinderhefte, die Manfred Tekla zu Themen wie „Hildegard von Bingen“ oder „Die Tempelritter“ veröffentlichte. Hier kann man sie auch kaufen.

Lutz Kittler spricht mit Begeisterung vom ehemaligen Kollegen – genauso wie von seiner neuen Heimat. Auf dem Weg nach Rügen war er einst in der Schorfheide „hängen geblieben.“ „Rügen haben wir nie wieder gesehen.“

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