Hilfe und Motivation:

Austausch unter Gleichgesinnten

Wer sich selbstständig machen will, auf den stürmen viele Fragen ein. Existenzgründerseminare können helfen, Antworten darauf zu finden. Davon haben sich kürzlich sechs Frauen und zwei Männer überzeugt.

Markus Riedel
Ute Ziemann Aufmerksam folgen die Teilnehmer den Ausführungen von Markus Riedel (r.).

Sie sind zwischen 23 und 57 Jahre alt, haben als Koch, Handwerker oder Kindergärtnerin gearbeitet, kommen aus Feldberg, Pasewalk, Burg Stargard und anderen Orten der Region. Nun sitzen sie gemeinsam in einem Existenzgründerseminar in Neubrandenburg, weil sie mit dem Gedanken spielen, sich selbstständig zu machen.

Solche Seminare werden von der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer, privaten Bildungseinrichtungen, Unternehmensberatern oder Unternehmensverbänden angeboten. Seit vier Jahren ist auch die Halle 10 GmbH, Akademie für Unternehmens- und Potenzialentwicklung, in diesem Bereich tätig und hat schon viele Gründer auf den Weg in die Selbstständigkeit gebracht. „Einmal im Monat bieten wir einen Kurs an“, sagt Geschäftsführerin Annette Riedel. Und nicht ganz ohne Stolz fügt sie hinzu, dass noch nie einer ausgefallen sei. Drei Tage lang beschäftigen sich die Teilnehmer mit Themen rund um die Existenzgründung. Die Inhalte sind weit gefasst und branchenunabhängig. Am Anfang steht ein Test, in dem die Seminarteilnehmer herausfinden sollen, welcher Unternehmertyp sie sind. Desweiteren erhalten sie einen Einblick in Rechtsformen, Buchführung, Steuern, versicherungsrechtliche Aspekte, Kalkulation und Marketing. Sie suchen nach Geschäftsideen und diskutieren über Businesspläne. Auch über Fördermittel und Gründerzuschuss wird informiert. „Bei diesen Themen gibt es immer viele Fragen, denn die Mehrzahl der Teilnehmer kommt aus der Arbeitslosigkeit oder ist Hartz VI-Empfänger“, erzählt Annette Riedel. Aber auch Angestellte, die sich mittelfristig informieren wollen, zählen zum Teilnehmerkreis.

„Von den drei Tagen wird man natürlich kein Profi“, weiß die Geschäftsführerin, die selbst als Coach arbeitet, „aber man erhält einen Einblick. Manche sagen danach offen und ehrlich: ,Nein, das ist nichts für mich‘, andere melden sich für weiterführende Kurse an oder lassen sich nach der Firmengründung von uns begleiten.“

Mir hat besonders die Motivation gut getan

Einen Grund für die gute Resonanz ihrer Kurse sieht die Unternehmerin in der Auswahl der Seminarleiter. „Wir arbeiten nur mit Referenten, die selbst ein Unternehmen führen und Erfahrungen haben. Auch achten wir auf eine große Methodenvielfalt.“ Frontalunterricht bringe nichts, habe sie aus eigenem Erleben festgestellt. Die Teilnehmer müssen aktiv einbezogen werden, das mache das Seminar lebendig. Für viele sei besonders der Austausch untereinander wichtig. Dafür werde Zeit eingeplant.

Das können die Teilnehmer des August-Kurses nur bestätigen. Manuela Mühlbrandt beispielsweise kam ins Seminar, um sich einfach nur zu informieren. „Ich wollte wissen, was auf mich zukommt, wenn ich mich selbstständig mache“, sagt sie. Es war viel, was sie gelernt habe, und sie müsse es erst einmal verarbeiten. „Dass man an so viele Sachen denken muss, war mir vorher nicht bewusst“, gibt die junge Frau ehrlich zu. Gut gefallen haben ihr der Austausch untereinander und das gemeinsame Arbeiten an Aufgabenlösungen. „Runter gerissen“ hätte sie der Steuerteil, gesteht Manuela Mühlbrandt. Doch insgesamt wurde sie in ihrem Vorhaben bestärkt. Für die Vorbereitung will sie sich noch ein Jahr Zeit nehmen. Dann komme ihr Sohn aus der Schule, und sie könne sich voll auf eine eigene Firma konzentrieren. Bis dahin müsse sie noch an sich und ihrer Geschäftsidee arbeiten.

Für Rayk Terrey steht die Firmengründung in nicht so weiter Ferne: „Wenn alles klappt noch in diesem Jahr“, freut er sich auf die neue Herausforderung. Vor dem Kurs war er hin- und hergerissen, ob er den Schritt wagen solle. Doch nun sei er sich sicher. „Mir hat besonders die Motivation gutgetan und die positiven Gedanken, die in den Seminaren durch die Coaches verbreitet wurden“, sagt er. „Sie kamen alle aus der Praxis, wussten wovon sie sprechen, das war gut.“ Auf das Existenzgründerseminar bei der Halle 10 aufmerksam geworden ist Rayk Terrey durch einen ehemaligen Arbeitskollegen. Andere Teilnehmer haben durch Presse und Internet davon erfahren. Auch die überschaubaren Kosten waren für den einen oder anderen ausschlaggebend. Und keiner der acht Teilnehmer hat die drei Tage bereut. Belohnt wurden sie nicht nur mit neuen Erkenntnissen, sondern auch mit einem Zertifikat, das für die Beantragung des Gründerzuschusses und des Einstiegsgeldes notwendig ist.

Der nächste Kurs findet vom 11. bis 13. September statt.
 

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