Auto-Test:

Eine Wildkatze auf Beutezug

Jaguar, die britische Traditionsmarke, krönt ihre Modellpalette jetzt mit einem sportlichen Roadster. Die Wildkatze kann auch optisch punkten.

Sieht nicht nur gut aus, fährt sich auch prima. Der neue Sportwagen F-Type der britischen Traditionsmarke Jaguar.
Hersteller Sieht nicht nur gut aus, fährt sich auch prima. Der neue Sportwagen F-Type der britischen Traditionsmarke Jaguar.

Wow, welch ein Feuerwerk aus dem Vereinigten Königreich fegt da über den Kanal! Jaguar, die britische Traditionsmarke in indischer Hand, entlässt nach fast einem halben Jahrhundert wieder einen Sportwagen auf die Straße. Und hat damit auf Anhieb einen Volltreffer gelandet. Denn der neue F-Type, wie er sich nennt, sieht nicht nur klasse aus, sondern fährt sich auch super. So gut, dass der Jaguar sich auf seinen Beutezug selbstbewusst in die Nachbarschaft von Porsche, Mercedes SLK & Co. wagt.

Heckspoiler, versenkbare Türgriffe & mehr

Ebenso wie die geschmeidige Wildkatze nimmt einen der automobile Namensvetter auf den ersten Blick gefangen. Die knackigen Proportionen des F-Type sind ein wahrer Augenschmaus und seine Formen ein Versprechen von Kraft und Sportlichkeit. Der 4,47 Meter lange Zweisitzer steht breit auf seinen Zwanzig-Zoll-Rädern, das wuchtige Heck knackt klar das Breitenmaß von zwei Metern. Und je nach Motorisierung zeigt der Roadster den Nachfolgenden nicht nur schick geformte LED-Rückleuchten, sondern auch ein mittig angeordnetes Doppelrohr oder vier Abgasöffnungen, die links und rechts das Heck einrahmen. Ein Heckspoiler, der tempoabhängig ein- und ausfährt, und versenkbare Türgriffe sind weitere Details des Designs. Assistenzsysteme allerdings sind dünn gesät.

In bester Roadster-Tradition hat Jaguar seinem jüngsten Spross eine Stoffhaube aufgesetzt und auf ein Stahldach verzichtet. Die Kapuze lässt sich bis zu einer Geschwindigkeit von knapp 50 km/h in zwölf Sekunden öffnen und ebenso schnell schließen. Der Kofferraum ist mit rund 200 Liter kein Raumwunder – das Nötigste für einen Kurzurlaub hat aber durchaus Platz. Als einziger in seiner Liga ist der F-Type komplett aus Aluminium gefertigt, auch viele Details wurden im Gewicht reduziert. So bringt die Basisversion gerade einmal 1600 kg auf die Waage.

Material edle Hölzer, Karbon und Klavierlack

Wie es sich für einen Jaguar geziemt, präsentiert sich der Innenraum geschmackvoll und dezent luxuriös. Die Verarbeitung ist tadellos, ebenso die Materialien aus edlen Hölzern, Karbon oder Klavierlack. Die Sitzposition für die beiden Passagiere ist perfekt und roadstergetreu fast auf Asphaltniveau.
Die Antriebsarchitektur umfasst drei Motorisierungen: einen Dreiliter-V6-Motor mit zwei Leistungsstufen, einmal mit 250 PS (F-Type) und einmal mit 280 PS (F-Type S). Der dritte im Bunde, das Top-Modell F-Type V8 S, liefert aus seinen fünf Litern Hubraum satte 495 PS und ein Drehmoment von 625 Newtonmeter.

Alle Aggregate sind serienmäßig an eine Achtgang-Automatik gekoppelt, die nahezu unmerklich schaltet. Auch ein Start-Stopp-System ist an Bord. Die Motoren sprechen aufs Gas unmittelbar an und zeigen sich fahrdynamisch von der besten Seite. Kurven durcheilt der Roadster wie auf Schienen. Und wer es darauf anlegt, hat mit der stärksten Motorisierung in 4,3 Sekunden die Tachonadel auf die 100-Marke hoch gejagt.

Das röhrt, röchelt, brüllt

Zudem kann er sich rühmen, dass seinem Gefährt erst bei Tempo 300 die Puste verlässt. Das macht natürlich durstig. Während der Normverbrauch bei den kleineren Motoren mit rund neun Liter je 100 Kilometer angegeben wird, stehen beim großen Bruder 11,1 Liter auf dem Papier. Eine Mogelpackung. Denn bei ersten Fahreindrücken wurde die Norm deutlich übertroffen. Unübertroffen dagegen ist der Sound, wenn man mit geöffneten Schallklappen in den Endrohren unterwegs ist. Das röhrt, röchelt, brüllt – und macht Spaß.

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