Gründerstammtisch:

In der Kaffeeküche Kontakte knüpfen

Den OpenCoffee Club in Neubrandenburg gibt es seit einem Jahr. Immer am letzten Mittwoch im Monat treffen sich Gründer und Jungunternehmer aus der Region, um Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Ute Lembeck und Alexandra Gniffke
Ute Ziemann Ute Lembeck (l.) begrüßt Alexandra Gniffke zum 12. Gründerstammtisch in Neubrandenburg.

Am Eingang der Kaffeeküche steht ein Notenständer, darauf ein kleines Schild „OpenCoffee Club“. Es scheint den Ankommenden den Weg weisen zu wollen: „Hier geht es lang, hier spielt die Musik“. Denn eine offizielle Begrüßung zu dem monatlich stattfindenden Stammtisch für Existenzgründer gibt es nicht.
Hier wird jeder von Ute Lehmbeck persönlich begrüßt. Mit dem einen wechselt sie dabei ein paar Worte, weil sie ihn aus der Beratung im Büro für Existenzgründungen (Bürex), wo sie tätig ist, oder von früheren Stammtischrunden kennt, anderen erklärt sie einfühlsam das Prozedere des Gründerstammtisches. „Es gibt keine Sitzordnung, Sie können von Tisch zu Tisch gehen, sich mit jedem unterhalten und Fragen stellen“, sagt sie zu den Neuankömmlingen. Davon machen Vera Wille aus Rowa und Carolin Schreiner aus Penkun gern Gebrauch. Die zwei Frauen sind das erste Mal zum Gründerstammtisch gekommen, weil sie in Kürze eine eigene Firma gründen bzw. die Geschäftsführung einer neugegründeten Firma übernehmen wollen. Carolin Schreiner will wissen, worauf sie sich da einlässt. Aus der Tageszeitung habe sie von dem Treffen erfahren und den weiten Weg nicht bereut.
Auch Uwe Twardokus hat eine Stunde Anfahrt in Kauf genommen, weil er so eine Form des Erfahrungsaustausches in seiner unmittelbaren Umgebung nicht findet. Der Elektrotechnikermeister aus Ueckermünde, der im Mai dieses Jahres die elekto-clean GmbH gründete, ist auf der Suche nach neuen Kontakten. „Ich war schon einmal hier und mir gefällt die lockere Form“, sagt er.

Aus dem Umland könnten es noch mehr Teilnehmer sein

Die meisten der 25 Frauen und Männer, die am 12. Stammtisch teilnehmen, kommen aber aus der Umgebung Neubrandenburgs. Beispielsweise Annerose Ryll. „Ich bin schon das sechste Mal hier“, sagt die Burg Stargarderin, die seit 2008 Babybäuche abformt. Anfangs nur im Nebenerwerb. Mittlerweile betreibt sie ein eigenes Unternehmen als Körperabformerin. Auch sie nutzt das Treffen in der Kaffeküche, um Kontakte zu knüpfen.
Für Carmen Hein, die als selbstständige Musikerin und Organistin arbeitet, steht neben dem Kennenlernen anderer Gründer auch der Erfahrungsaustausch im Vordergrund. Sie möchte beispielsweise wissen, wie es andere schaffen auf ihre Dienstleistung aufmerksam zu machen, damit potentielle Kunden sie finden. Ute Lehmbeck kennt die typischen Probleme und Sorgen der Gründer. Sie weiß, dass der Weg in die Selbstständigkeit steinig sein kann, dass man viele Fehler macht, die Zeit, Geld und Kraft kosten – und, dass sich Gründer oft allein gelassen fühlen. Deshalb war sie mit dabei, als das Bürex und das Technologie-, Innovations- und Gründerzentrum (TIG) den Stammtisch für Gründer ins Leben riefen.
Das ist nun fast ein Jahr her. „Am 28. September vergangenen Jahres fand der erste Stammtisch statt“, erinnert sich Ute Lehmbeck. Sie hätte nicht gedacht, dass sich die Veranstaltung so schnell etablieren würde, mit einer relativ konstanten Teilnehmerzahl, gibt sie ehrlich zu. Immerhin sind bisher 308 Personen den Einladungen zu inzwischen 12 Veranstaltungen gefolgt. Die Organisatoren sind zufrieden, würden sich jedoch wünschen, dass noch mehr Gründer, die in der Vorbereitungsphase stecken, den Weg zu den Treffen finden. Auch aus dem Umland könnten es noch mehr Teilnehmer sein, denn die monatlich stattfindenden Stammtischrunden sind für alle Gründer und Jungunternehmer, aber auch für Dienstleister, die sich auf die Beratung von Existenzgründern spezialisiert haben, offen. Gerade deren Erfahrungen machten einen zwanglosen Gedankenaustausch wie ihn der OpenCoffee Club anstrebe, noch lebendiger. Das kann Grit Gehlen, Redakteurin bei Gruender-MV.de nur bestätigen. Auf der Suche nach interessanten Gründergeschichten ist sie nicht nur in Neubrandenburg regelmäßiger Gast, sondern auch in Rostock, Schwerin, Greifswald, Stralsund und Wismar. Einen Grund für den Erfolg sieht die Journalistin in der lockeren, ungezwungenen Atmosphäre der Treffen, die ohne Themenvorgabe und Moderation auskommen. Interessierten gibt sie den Rat, zu den Treffen Visitenkarten und Flyer mitzubringen.
Der nächste OpenCoffee Club findet am 26. September von 9 bis 11 Uhr statt, wieder in der Kaffeeküche. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, aber gewünscht, um gezielt Gesprächspartner einzuladen. Telefon: 0395 4225612

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