Auto-Test:

Kantiger Typ zeigt viel Charme

Mercedes hat seinen GLK überarbeitet und beweist mit dem Allrader, dass ein SUV nicht zwangsläufig ein Spritschlucker sein muss. Das klassische Design zeigt sich anders als bei den Mitbewerbern.

Nach der Überarbeitung gibt sich der GLK ziemlich kantig ohne jedoch unsympathisch zu sein.
Norbert Glamann Nach der Überarbeitung gibt sich der GLK ziemlich kantig ohne jedoch unsympathisch zu sein.

Die Statistik zeigt klar die Richtung an: Echte oder vermeintlich echte Geländewagen stehen in der Gunst der Kunden hoch im Kurs. 2012 wurden von ihnen in Deutschland rund ein Drittel mehr verkauft als im Jahr zuvor. Und immer noch fahren Autohersteller neue Modelle auf den Markt oder frischen bewährte optisch und technisch auf. Mercedes beispielsweise hat sein Mittelklasse-SUV GLK tüchtig renoviert. Nach dem Facelift hebt sich dessen kantig-herbe Optik noch deutlicher von den Konkurrenten ab, deren Formen zumeist immer runder werden.

Die Frontpartie mit großem Stern und breitem Kühlergrill wirkt wuchtig, während die Heckpartie mit den beiden Endrohren mehr die sportliche Seite betont. Diesem Auto mit seinen eher glatten Seitenwänden und der hohen Bodenfreiheit nimmt man ab, dass es auch abseits der Asphaltstraßen seinen Weg findet. Sein permanenter Allradantrieb sorgt dafür, dass schwieriges Terrain nicht zum Problem wird. Das war zu erwarten: Der Innenraum des GLK wirkt edel und schön. Viel Leder, schicke Steppnähte und Alu-Applikationen in bester Verarbeitung – in solch einer Umgebung fühlt man sich wohl. Auch das Armaturenbrett mit seinen neuen Runddüsen und dem großen Farbdisplay fürs Infotainmentsystem schaut man gern an.

Nicht unbedingt Lademeister

Der Wahlhebel für die Automatik ist jetzt an die Lenksäule gerückt. Die Stühle in ihrer erhöhten Position bieten gute Rundumsicht und besten Halt. Das Angebot an Ablagen hätte dagegen durchaus vielfältiger ausfallen können. Und auch in puncto Gepäckraum erweist sich der GLK nicht unbedingt als Lademeister. Bei einem Stauvolumen von 450 Liter muss man schon genau überlegen, was bei einer Urlaubsfahrt der Familie mit an Bord genommen werden kann.

Nicht geknausert hat Mercedes bei der Zahl der Assistenzsysteme. Der 4,53 Meter lange Offroader lässt sich fast ebenso bestücken wie die schwäbischen Luxuslimousinen. So warnt beispielsweise ein elektronischer Lenkassistent beim Verlassen der Fahrspur, die Berganfahrhilfe verhindert ein Zurückrollen an Steigungen oder ein Bremsassistent greift in brenzligen Situationen ein. Bei Zuzahlung sind knapp ein Dutzend weiterer Komfort- und Assistenzsysteme zu haben, so eine 360-Grad-Kamera oder auch ein Einparkautomat. Echten Spaß bereitet der Motor unter der Haube. Beim GLK 250 Bluetec 4Matic sorgt dafür ein Zwei-Liter-Diesel mit 204 PS, serienmäßiger Start-Stopp-Automatik und tadellos arbeitendem Siebengang-Automatikgetriebe. Mit einem maximalen Drehmoment von 500 Newtonmeter schiebt der Selbstzünder den fast zwei Tonnen schweren Offroader in 8,7 Sekunden auf Tempo 100 und schafft 210 km/h Spitze.

SUV nicht immer Spritschlucker

Und dank Ad-Blue-Harnstoff-Einspritzung werden die Abgase so gereinigt, dass der Motor bereits die Euro-6-Norm erfüllt. Das alles sind schon keine schlechten Werte. Hinzu kommt ein Normverbrauch, den Mercedes mit 6,1 Liter je 100 km angibt. Beim Mitschwimmen auf der Landstraße genehmigte sich der Motor 6,4 Liter, auf der Autobahn waren es 7,5 Liter. Auch das kann sich sehen lassen.
Ein SUV muss also nicht zwangsläufig ein Spritschlucker sein. Zudem zeigt sich der Selbstzünder sehr aufmerksam den Passagieren gegenüber - seine Arbeitsgeräusche strapazieren nicht über Gebühr und das Fahrwerk ist bestens abgestimmt.
Die Preisliste für den GLK 250 beginnt bei 46 678 Euro. Wer jedoch noch von den angebotenen Extras Gebrauch machen will, sollte zuvor seine Bankberater konsultieren.
 

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