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Keramiker: In der Industrie gefragt

Die Idylle mit der Töpferscheibe ist nicht für alle Keramiker Arbeitsalltag, viele sind in Industriebetrieben tätig.

Keramiker

Vasen, Kaffeetassen, bemalte Ofenkacheln, Waschbecken und Klos: Keramiker stellen die unterschiedlichsten Produkte her. Dabei sitzen die einen an der Töpferscheibe. Die anderen steuern komplizierte Maschinen.
Die Ausbildung zum Keramiker können junge Menschen in zwei Richtungen machen: Entweder sie entscheiden sich für eine Ausbildung im Handwerk oder in der Industrie. In beiden Fällen dauert die duale Ausbildung drei Jahre. Rund 400 Auszubildende zählt die Branche, so das Bundesinstitut für Berufsbildung. Die Mehrzahl lernt in der Industrie. Nur 60 Lehrlinge gibt es im Handwerk.
Auszubildende brauchen unterschiedliche Fähigkeiten. Wer im Handwerk anfangen möchte, muss Kreativität und handwerkliches Geschick mitbringen. Handwerker produzierten Kleinserien und Unikate, sagt Christian Wolff von der Töpferinnung Thüringen.
In den Industriebetrieben liegt der Schwerpunkt dagegen auf automatisierten Prozessen. „Industriekeramiker werden in vier Fachrichtungen ausgebildet“, erläutert Jörg-Günther Grunwald vom BIBB. Die Ausbildung ist in den ersten zwölf Monaten für alle Lehrlinge gleich. Die Spezialisierung kommt im zweiten und dritten Lehrjahr. Besonders gefragt sei zurzeit der Industriekeramiker mit dem Schwerpunkt Verfahrenstechnik. Aufgabe dieser Fachleute ist es, aus Rohstoffen wie Ton oder Kaolin Keramikmasse herzustellen. Diese wird dann anschließend maschinell verarbeitet. Die Industriekeramiker mit dem Schwerpunkt Anlagentechnik sind für die Maschinen im Betrieb zuständig. Sie richten sie ein und steuern sie. Die Keramiker im Bereich Dekorationstechnik veredeln das Porzellan etwa mit Blumen oder Ornamenten. Im Bereich Modelltechnik stellen die Fachleute schließlich aus Gips, Kunststoff oder Metall die Gussformen für die Keramikmasse her. Dafür entwerfen sie am Computer Gussformen oder arbeiten nach Vorlagen.
„Vor einer Entscheidung für diesen Beruf sollte auf jeden Fall ein Praktikum gemacht werden“, rät Bernhard Nitsche, Leiter der Staatlichen Berufsschule Selb in Bayern. Denn dann lerne der angehende Azubi auch die Nachteile des Berufs kennen. Oft haben Industriekeramiker nicht gerade gemütliche Arbeitsplätze. So arbeiten sie etwa an den Brennöfen, die sie auf eine Temperatur von etwa 1400 Grad hochfahren müssen. Wer danach immer noch eine Lehre machen will, kann sich freuen: In der Keramikindustrie gibt es zurzeit mehr Ausbildungsplätze als Bewerber.

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