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Metallbauer: Wir schmieden die ganz heißen Eisen

Um den vier Kilo schweren Schmiedehammer zu schwingen, brauchen Metallbauer Kraft. Doch Muskeln allein reichen nicht.

Metallbauer

Johannes Heinrich holt ein glühendes Eisen aus dem Feuer. Dann bearbeitet er die Stange auf dem Amboss mit dem Schmiedehammer, bis sie eine Spiralform hat. Durch die Hitze ist das Metall weich. Es lässt sich formen wie Knete. Die Arbeit geht ihm leicht von der Hand: Heinrich hat die dreieinhalb Lehrjahre zum Metallbauer bei der Berliner Firma Fittkau fast hinter sich.
Metallbauer machen aus Eisen Toranlagen, Fensterrahmen oder Fassadenteile. Manche Firmen haben sich auch auf Kerzenleuchter, Beschläge für Möbel oder Waffen spezialisiert. Abiturient Heinrich lernt Metallbauer in der Fachrichtung Metallgestaltung. „Mit der Spezialisierung kann ich handwerklich und gleichzeitig kreativ arbeiten“, erklärt der Azubi seine Wahl. Alternativ wären Spezialisierungen auf Konstruktionstechnik oder Nutzfahrzeugbau möglich gewesen.
Zum Großteil sind die Ausbildungsinhalte identisch. Messing, Stahl, Aluminium: In der praktischen Ausbildung lernen Metallbauer, wie man verschiedene Metalle schneidet, formt und mit Schrauben oder Nieten verbindet oder heftet. Auch verschiedene Techniken des Schweißens werden gelehrt.
Zurzeit ist Johannes Heinrich in der Berliner Werkstatt als Kunstschmied gefragt. „Die tägliche Herausforderung in meinem Beruf ist, ein schönes Ergebnis zu erzielen, ohne die Machbarkeit aus den Augen zu verlieren“, fasst der Azubi zusammen.
„Im Metallbau benötigt man nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch Feingefühl“, sagt Ausbildungsleiter Stefan Fittkau. Den vier Kilogramm schweren Schmiedehammer zu schwingen, verlange natürlich Kraft. Entscheidend sei aber die Technik. „Zudem bestehen Arbeiten oft aus vielen Einzelteilen, die erst am Ende zusammengebaut werden.“ Dabei gelte es, präzise zu messen und den Überblick zu behalten. Mathematisches Wissen sei unerlässlich.
„Die Berufsaussichten sind langfristig bestens“, sagt Christian Vietmeyer, Geschäftsführer des Wirtschaftsverbandes für Stahl- und Metallverarbeitung. Arbeitgeber seien vor allem Zuliefererbetriebe für den Maschinen- und Autobau. 2000 feste Jobs seien zuletzt entstanden.