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„Ohne Berater hätte es keine Gründung gegeben“

Fred Röwer hat vor einem Jahr mit einer Gleisbaufirma den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Neben seinem fachlichen Wissen waren für ihn der Rat eines Unternehmensberaters und zuverlässige Partner wichtig.

Fred Röwer
Ute Ziemann An seinem Schreibtisch verbringt Fred Röwer viel Zeit, beispielsweise um Angebote zu erarbeiten.

„Es ist ein hartes Brot, aber es macht Spaß“, sagt Fred Röwer rückblickend auf das erste Jahr seiner Selbstständigkeit. Im Mai 2011 gründete der Neustrelitzer die Firma Gleisbau Mecklenburg-Vorpommern (GMBV GmbH) und hat es bis heute nicht bereut.
Den Gedanken, sich mit einer Gleisbaufirma selbstständig zu machen, hatte der heute 50-Jährige das erste Mal vor 22 Jahren. Das Tiefbaukombinat Neubrandenburg, wo er seit 1986 im Betriebsteil Neustrelitz als Bauleiter für Gleisbau tätig war, gab es nicht mehr. Um für den Aufbau einer eigenen Firma Erfahrungen zu sammeln, ging der Diplomingenieur nach Hamburg und kam nach einem halben Jahr zurück. Nicht als sein eigener Chef, sondern als Leiter einer neugegründeten Niederlassung in seiner Heimatstadt. 20 Jahre habe er diese wie eine eigene Firma, allerdings ohne das finanzielle Risiko im Nacken, geführt, sagt er.
Durch betriebliche Veränderungen machte er sich vor zwei Jahren erneut Gedanken über die Selbstständigkeit. „Das fachliche Wissen und die Erfahrungen hatte ich, aber um Finanz- und Lohnbuchhaltung, Versicherungen, Miete und Unternehmensführung musste ich mich nie selbst kümmern“, beschreibt Fred Röwer seine damalige Situation.

Der Weg führte ihn zu einem Unternehmensberater. „Ohne ihn hätte die Firmengründung gar nicht stattgefunden“, gibt er ehrlich zu. Denn schon bevor man eine Firma anmeldet, seien so viele Dinge zu beachten, an die man allein gar nicht denkt. „Wie und wo beantrage ich Fördermittel? Bekomme ich den Gründerzuschuss? Welche Versicherungen sind für mich relevant? Wer ist wann worüber zu informieren?“ Fragen über Fragen, auf die der Unternehmensberater Antworten gab und Lösungswege aufzeigte. Unterstützung gab er auch bei der Erarbeitung eines Unternehmenskonzeptes, das der Existenzgründer bei mehreren Geldinstituten vorlegte. Für seine Idee gewinnen konnte er die Sparkasse Mecklenburg-Strelitz. Nach mehreren Gesprächen und einer Zusage stürzte er sich in die Arbeit.

Der Start war für Fred Röwer und seine anfangs zwei Mitarbeiter kein Zuckerschlecken. Klinkenputzen war angesagt, organisatorische Fähigkeiten gefragt. Zwar kannten ihn alle in der Branche, aber mit der eigenen Firma hatte er einen ganz anderen Stand. „Wir haben anfangs alle Arbeiten gemacht, die mit der Hand zu bewegen sind“, erzählt er nicht ganz ohne Stolz. Maschinen mussten erst bestellt und Materialien wie zum Beispiel Schwellen in Vorkasse bezahlt werden. Nach und nach verbesserte sich die Auftragslage. Es wurden neue Mitarbeiter eingestellt und vom Kredit u.a. ein Bagger gekauft.

Heute sind in der Firma acht Leute beschäftigt, darunter seine Ehefrau Christine, die ihm im Büro den Rücken freihält. Auch ein Langzeitarbeitsloser, der nach seiner Gleisbaulehre zehn Jahre zu Hause war, fand bei Fred Röwer Arbeit. „Ich verlange von meinen Leuten viel. Qualität und Einsatzbereitschaft - auch am Wochenende. Im Gegenzug dürfen sie eine gute Entlohnung verlangen“, betont der Firmenchef, der nach Tarif bezahlt, obwohl er daran nicht gebunden ist. Solange die Auftragslage gut ist, werde sich daran nichts ändern, verspricht er.

Dass Fred Röwer seine Arbeit Spaß macht – auch wenn er keinen Feierabend kennt – liegt nicht nur daran, dass er weiß, für wen er sie macht. „Ich habe Partner gefunden, auf die ich mich verlassen kann und die es mir ermöglichen, mich auf das Kerngeschäft – Akquise, Angebotsbearbeitung, Auftragsverhandlung, Auftragsdurchführung und Abrechnung – zu konzentrieren“, betont er.
Zu diesen Partnern zählt er sein Steuerbüro, das für ihn die Finanz- und Lohnbuchhaltung macht und eine Maklersozietät, die sich um alle Versicherungsangelegenheiten kümmert. Zu seinem Unternehmensberater hält er ebenfals noch Kontakt, denn auch ein Jahr nach Firmengründung gibt es Fragen, bei denen er auf seinen Rat nicht verzichten möchte.