Babyserie:

Teil 11: Armes Häschen, bist du krank?

Wenn Kinder klein sind, sind sie besonders anfällig dafür, krank zu werden. Das hat einen einfachen Grund: Ihr Immunsystem befindet sich noch im Aufbau. Es muss erst lernen, sich gegen all die Bakterien und Viren, mit denen es täglich in Kontakt kommt, zu wehren.

krank
dpa

„40 bis 45 Infekte im Jahr sind bei kleinen Kindern keine Seltenheit“, sagt Dr. Ernst-D. Ruickoldt. Der Kinderarzt im Ruhestand aus Bad Doberan schränkt aber auch gleich ein: „Viele davon merkt man gar nicht, weil sie still verlaufen.“ Wie oft am Ende die Nase läuft, der Hals kratzt oder Fieber steigt, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Fachleute sagen, bis zu zwölf Infekte im Jahr seien durchaus normal. Hinzu können zahlreiche weitere typische Erkrankungen kommen. Dazu gehören:

Dreitagefieber
Hierbei bekommt das Kind scheinbar aus heiterem Himmel hohes Fieber. Dieses hält drei bis fünf, mitunter aber auch acht Tage an und sinkt danach schlagartig. Manche Kinder zeigen keine anderen Symptome als Fieber, bei anderen kommen noch Beschwerden wie Schnupfen, Durchfall, Erbrechen, Husten oder Fieberkrämpfe hinzu.

Wenn das Fieber sinkt, bildet sich häufig ein Ausschlag am Körper. „Sobald er auftritt, ist das Kind nicht mehr ansteckend“, sagt Dr. Ernst-D. Ruickoldt. Der Ausschlag juckt normalerweise nicht.

Das Dreitagefieber ist sehr ansteckend. Übertragen werden die Viren vor allem beim Husten, Niesen oder Sprechen. Gegen die Krankheit gibt es keine Impfung und keine Medikamente. Lediglich die Symptome wie Fieber können gelindert werden. Wichtig ist, viel zu trinken.

Mittelohrentzündung
Einer Mittelohrentzündung geht meistens ein Schnupfen oder eine Erkältung voraus.  Die Ohren und der Nasen-Rachen-Raum sind über einen feinen Kanal, die so genannte Eustachische Röhre oder Ohrtube miteinander verbunden. Dieser Kanal sorgt dafür, dass das Ohr gut belüftet wird. Schwellen bei einem Infekt die  Schleimhäute an, können sie den Kanal blockieren und das Mittelohr verschließen. Das begünstigt das  Wachstum von Bakterien.

Eine Mittelohrentzündung verursacht Ohrenschmerzen. Die Kinder sind unruhig, fassen sich immer wieder an das kranke Ohr und wachen nachts durch die Schmerzen weinend auf. Häufig fiebert das Kind und hat keinen Appetit, mitunter fließt Ausfluss aus dem Ohr. Der Arzt verschreibt meistens ein Antibiotikum, Nasentropfen, damit die Schleimhäute abschwellen, sowie bei Bedarf fiebersenkende Medikamente.

Scharlach
Diese Erkrankung wird durch bestimmte Streptokokken, also Bakterien, ausgelöst. Bei kranken Kindern sieht die Mundpartie meistens blass aus, die Zunge ist zunächst weiß belegt und verfärbt sich nach ein paar Tagen himbeerrot. Am Körper bilden sich kleine rote Punkte oder Flecke.

Zu den Symptomen gehören außerdem Halsschmerzen, Beschwerden beim Schlucken und hohes Fieber. Nach ein paar Tagen schuppt sich vor allem an Fingern und Zehen die Haut. „Die typischen Anzeichen treten jedoch nicht immer auf“, sagt Dr. Ernst-D. Ruickoldt.

Übertragen werden die Erreger vor allem durch Tröpfcheninfektion. Behandelt wird mit Antibiotikum. „Wer einmal Scharlach hatte, kann trotzdem immer wieder daran erkranken.“ Impfungen dagegen gibt es nicht.

Röteln
Leichtes Fieber, Husten, Schnupfen und Kopfschmerzen – zunächst sieht alles nach einer Erkältung aus. Nach ein bis zwei Tagen kommt ein Ausschlag mit kleinen hellroten oder bräunlichen Flecken hinzu. Außerdem schwellen die Lymphknoten am Nacken und hinter den Ohren an.

Bei Kindern verlaufen Röteln meistens harmlos. Stecken sich Schwangere mit den Viren an, kann das für das ungeborene Baby aber gefährlich werden. Wer einmal Röteln hatte, sei immun dagegen, sagt Dr. Ruickoldt. Gegen Röteln gibt es auch eine Impfung.

Ringelröteln
Die Viren werden über Tröpfcheninfektion übertragen. Am Anfang können leichtes Fieber, Schüttelfrost oder Kopfschmerzen auftreten. Der typische Ausschlag tritt dagegen erst etwa eine Woche später auf – dann sind die anderen Beschwerden meist schon vergessen.

Der rote Ausschlag beginnt an den Wangen und der Nase und sieht ein bisschen wie ein Schmetterling aus. Er breitet sich dann auch in Form von großen Ringeln auf andere Körperstellen aus.

Die Krankheit verläuft aber häufig unbemerkt, denn die Symptome treten nur bei etwa 25 Prozent der Erkrankten auf. Eine Impfung gegen Ringelröteln, die übrigens nichts mit den „echten“ Röteln zu tun haben, gibt es nicht.  

Masern
Um sich mit Masern anzustecken, reicht ein flüchtiger Kontakt mit einer erkrankten Person. Die Viren werden beim Niesen, Husten und Sprechen übertragen. Zu den Symptomen gehören unter anderem Fieber, Husten, Schnupfen, Bindehautentzündung sowie Hautausschlag.

Medikamente können nur die Symptome wie Fieber unterdrücken, nicht aber den Erreger selbst bekämpfen. Die Viren können im weiteren Verlauf auch eine Mittelohr-, Lungen- oder Gehirnentzündung hervorrufen. Eine Impfung kann vor der Krankheit schützen. Wer einmal krank war, bekommt in der Regel nicht noch einmal Masern.

Mumps
Im Volksmund wird die Krankheit auch Ziegenpeter genannt. Wer sich mit den Viren angesteckt hat, bekommt häufig Fieber. Kopf, Hals und die Ohren schmerzen. Die Ohrspeicheldrüse kann sichtbar anschwellen, dann wird die Wange dick. Die Schwellung schmerzt und erschwert Kauen, Schlucken und Kopfbewegungen. Weitere Symptome können Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit und Erbrechen sein.

Die Viren werden vorwiegend beim Husten, Niesen oder Sprechen übertragen. Je älter die Patienten sind, umso schwerer kann die Krankheit verlaufen und auch zu Entzündungen der Hirnhäute, Hoden oder Eierstöcke führen. Wer einmal Mumps hatte, erkrankt in der Regel nicht wieder daran. Mit einer Impfung kann man der Krankheit vorbeugen.

Windpocken
Die Viren werden meistens beim Husten oder Niesen übertragen. Ihren Namen verdankt die Krankheit der leichten Übertragbarkeit durch Wind bzw. Luft. Zunächst treten wieder erkältungsähnliche Symptome auf. Kurz darauf bilden sich Bläschen auf der Haut, die leicht aufgehen. Die Flüssigkeit darin enthält ebenfalls Erreger, über die man sich  anstecken kann.

Ansteckend sind Windpocken bereits, bevor der mitunter juckende Ausschlag sichtbar wird. Im schlimmsten Fall können sie zu einer Gehirnentzündung führen. Wer einmal Windpocken hatte, gilt als immun, hat aber ein höheres Risiko, später einmal eine Gürtelrose zu bekommen. Gegen Windpocken kann man sich impfen lassen.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung