Angelserie:

Teil 2: Die richtige Angel-Ausrüstung

Die Jagd nach dem Schuppenwild ist eine Wissenschaft für sich. Wer Erfolg haben will, braucht die passende Ausrüstung. Für jeden Fisch gibt es die richtige Rute und den richtigen Köder.

Hecht
privat

 Wer erfolgreich angeln will, sollte nichts dem Zufall überlassen. Das behauptet der Rostocker Peter Rinow, der sich in seiner langjährigen Laufbahn als Angler tiefgründige Kenntnisse über die Jagd auf das Schuppenwild erworben hat.

„Angeln ist mit seinen vielfältigen Methoden und Spezialrichtungen eine Wissenschaft für sich“, erklärt er. Deshalb ist es mit einigen Tipps  nicht getan, sondern jeder, der erfolgreich sein will, muss sich mit der komplexen Materie befassen, Erfahrungen sammeln und den Meinungsaustausch mit anderen Anglern pflegen.

Für jeden Fisch eine besondere Rute

Schon beim Angelgerät lauerten die ersten möglichen Fehler. Wichtig sei, dass man sich nach dem zu erbeutenden Zielfisch richtet und sich entsprechend theoretisch vorbereitet und praktisch ausrüstet. So sollte nicht mit einer relativ harten Rute, mit der beispielsweise große Hechte oder Zander gefangen werden, auf Karpfen oder Schlei gegangen werden. Letztere brauchen eine sensible elastische Rute, damit ihnen beim Anhieb nicht der Haken aus den eher weichen Mäulern gerissen wird.

Eine besondere Rolle spielt auch die Auswahl der Köder. Davon gibt es  eine Unmenge. So die Gruppe der natürlichen Köder wie Totfisch, Fischfetzen, Würmer, Insekten, Maden oder individuell gefertigte Teigboilies. Noch größer ist die Zahl der künstlichen Köder wie Blinker, Spinner, Wobbler, Pilker, Gummifische oder Fliegen mit ihrem Formen- und Farbenreichtum. Auf welchen Köder man zurückgreift, ist ebenfalls vom Zielfisch abhängig, aber auch davon, welche Köder am besten ins Beuteschema der Fische des jeweiligen Gewässers passen.

Zielgerichtetes Füttern kann einen guten Fang bescheren

Zudem gilt eine Grundregel, wonach in dunklen und trüben Gewässern eher hellere und in klaren Gewässern mit starkem Lichteinfall eher dunkel  gefärbte Köder eingesetzt werden. Allerdings bestätigen Ausnahmen die Regel, weshalb ein Test mit verschiedenen Ködern lohnenswert sein kann.

Zielgerichtetes und nicht übertriebenes Anfüttern kann spürbar zu einem guten Fangergebnis etwa bei Karpfen, Schlei oder Blei beitragen. Zunehmend dominiert heute das Angeln mit Spinnrute und künstlichem Köder die Szenerie. „Es ist die aktivere und effektivere Form des Angelns, da im Vergleich zum Ansitzangeln größere Reviere befischt werden können und so die Fangaussichten größer sind“, erläutert der Experte.

Hecht darf erst ab Mai gejagd werden

Rinows Tipp für die gegenwärtige Jahreszeit ist, dem langsam in Beißlaune kommenden Aal mit der Grund- oder Posenangel nachzustellen, möglichst in dunkleren Gewässern, die sich schneller erwärmen. Als Köder setzt er dabei auf  Tauwurm und toten Fisch. Auch der Barsch hat seine Laichzeit weitgehend beendet und kann gut mit Blinker, Gummifisch oder auch Rotwurm geködert werden.

Zudem ist der Dorsch im Kommen und kann beim Brandungs- oder Kutterangeln in der Ostsee gefangen werden. Das gilt auch für die Meerforelle, die jetzt zunehmend in Uferbereichen der Ostsee anzutreffen ist. Auf den Hecht muss noch etwas gewartet werden, da er in fast allen Gewässern noch  Schonzeit hat. Ab Mai darf er gejagt werden und verspricht gute Fänge, da er nach der Laichzeit extrem ausgehungert ist und auf fast alles geht, was nach Beute aussieht.

Experte empfiehlt Fischereischein

Rinow sieht Sachkunde und Naturverbundenheit als wichtige Voraussetzung für das Angeln an. Deshalb befürwortet er auch den Fischereischein mit der dazugehörigen Prüfung. Zusätzlich empfiehlt er Fachseminare oder von Experten geführte Angeltouren, wie sie unter anderem vom Dienstleister ProNature im Müritzgebiet angeboten werden und wo Rinow maßgeblich mitwirkt. „Wir sind Berater, Betreuer, Fischfinder und Naturvermittler in einem und haben Spaß an unserer Arbeit“, verrät er.

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