Angelserie:

Teil 8: Castingsport – Die hohe Schule des Angelns

Auch auf der grünen Wiese oder auf dem Sportplatz kann der begeisterte Angler seiner Passion nachgehen. Allerdings geht es dann um Präzision und Geschicklichkeit.

Kathrin Ernst
imago

 Bevor Dieter Bohlen und Co mit so genannten „Casting-Shows“ die Bildschirme eroberten, hatte „Casting“ eine ganz andere Bedeutung als die Suche nach Super-Stars, Super-Modells oder Super-Sonstwas: Schon Anfang des 19. Jahrhunderts entstand in England mit Casting ein Präzisionssport, in dem künstliche Köder oder Gewichte mit Angelruten auf Ziele oder einfach nur weit geworfen werden. Die Übungen dienten vor allem dazu, beim „richtigen“ Angeln erfolgreicher zu sein.

Der Ursprung der Bezeichnung liegt im englischen „to cast“, also dem Angeln. Das erste offizielle Turnier wurde 1864 in den USA ausgetragen, das erste in Deutschland 1923.

Weltrekordlerin kommt aus Gera

Casting ist mittlerweile ein anerkannter Leistungssport mit deutschen, Europa- und Weltmeisterschaften sowie Bestandteil der „World Games“, dem Welttreffen der nicht-olympischen Sportarten. Zwar wurde das Casting 1958 als olympische Sportart anerkannt, da aber seinerzeit nur 26 Nationen diesen Sport ausübten nicht ins olympische Programm aufgenommen. Immerhin stellt das Casting eine Weltrekordlerin: Die 48-jährige Jana Maisel aus Gera kann auf bislang 67 Goldmedaillen bei Welt-Titelkämpfen verweisen.

Im Prinzip kann man überall „Trockenangeln“, aber „es empfiehlt sich ein normaler Sportplatz. Wir brauchen die Länge, denn die Spezialisten schaffen beim Weitwurf schon mal über 100 Meter“, weiß Dirk Rojahn, Casting-Referent beim Landes-Anglerverband Mecklenburg-Vorpommern.

Sportler aus MV in Bestenlisten weit vorn

Um die 70 Angler betreiben in dieser Region Casting im Verein und messen sich in einer dreiteiligen Turnierserie, um die Landesbesten in jeder der neun Disziplinen sowie dem Drei-, Fünf-, Sieben- oder Neunkampf zu ermitteln. Sportler aus Rothenklempenow bei Löcknitz, Demmin und Ahlbeck stehen in den deutschen Bestenlisten ganz weit vorn.

Um dort hinzukommen, bedarf es sportlicher Fitness. Neben Kraft, Geschicklichkeit und Nervenstärke ist vor allem Konzentration gefragt. Auch die Ausrüstung ist nicht gerade preiswert: Spitzensportler können für einen kompletten Gerätesatz für alle neun Disziplinen gut und gerne 2500 Euro auf den Tisch legen. Und im Laufe eines Jahres werden für Verschleißteile wie Angelschnüre, Wurfgewichte und Turnierfliegen noch einige hundert Euro fällig.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung