Arbeit mit Zukunft:

Zurück zu den Wurzeln

Neue Kontakte und moderne Lichttechnik brachten Uwe Twardokus auf eine Geschäftsidee, die er seit einem halben Jahr erfolgreich umsetzt. Dabei hat er es sogar schon zu einer eigenen Leuchtenserie gebracht.

Uwe Twardokus
Ute Ziemann „So dünn ist eine LED-Paneele“, sagt Uwe Twardokus. Eingebaut hat er sie schon als Deckenbeleuchtung in Büros und Supermärkten.

Uwe Twardokus ist in einer Elektrikerfamilie aufgewachsen. Was lag da näher, als in der Firma seines Vaters – die der ältere Bruder später übernahm – eine Ausbildung zu machen. Zwölf Jahre arbeitete er im Familienunternehmen, sammelte Erfahrungen und absolvierte „nebenbei“ einen Fernlehrgang zum Baubiologen.

Doch irgendwann hatte er die Nase voll vom Schlitzen und vom Staub. „Ich wollte einfach mal was anderes machen“, gibt der Torgelower ehrlich zu. Er suchte und probierte sich in der Region und in der Ferne aus, arbeitete im Bereich der regenerativen Energien, als Flugzeugelektriker und Servicetechniker. Als seine schönste Zeit bezeichnet er ein Auslandsjahr in Dänemark. Nach einer Knie-OP riet ihm der Arzt, mit Tätigkeiten, bei denen er auf dem Fußboden herumkriechen muss, aufzuhören. Es folgte eine kurze Zeit der Arbeitslosigkeit, die Uwe Twardokus nutzte, um seine begonnene Meisterausbildung zu beenden. Da es ihn aus privaten Gründen nicht mehr in die Ferne zog, er aber in seiner Heimatstadt keine Arbeit fand, machte er sich über eine eigene Firma Gedanken.

„Elektro clean“ nennt er sein Unternehmen, das er im September 2010 gründet. Mit seinem Wissen als Elektriker und Baubiologe will er sich um die Überprüfung, Reinigung und Wartung elektrischer Anlagen kümmern und Probleme mit Elektrosmog und bioelektronischen Belastungen beseitigen. Auch wenn der Elektrotechnikermeister Aufträge akquirieren und etlichen Leuten mit seiner elektrobiologischen Wohnraumuntersuchung helfen kann, so richtig zufrieden war er noch nicht. Abwechslung brachte ein vierwöchiger Arbeitseinsatz im Emirat Katar vor einem Jahr. Ein Bekannter hatte ihn für diesen Einsatz angeheuert. In dem kleinen Wüstenstaat verlegte er Stromleitungen für ein großes Einkaufszentrum. Dort sah er zum ersten Mal, wie LED-Leuchtmittel im großen Stil zum Einsatz kamen. „Mein Interesse für die Leuchtdioden wurde aber erst ein paar Monate später geweckt“, erinnert er sich und erzählt, dass er beim Stöbern im Internet auf KfW-Coaching – ein Programm, das Gründern in der Startphase finanzielle Unterstützung für einen Berater zusichert – gestoßen sei.

Auch in privaten Haushalten lohnt der Wechsel

Auf der Suche nach einem geeigneten Coach kam er zur Halle 10 GmbH in Neubrandenburg und fand in Annette Riedel eine kompetente Ansprechpartnerin. „Ich wollte von ihr wissen, wie werde ich als Jungunternehmer bekannt, wie kann ich richtig Marketing machen? Mit Flyern hatte ich es schon probiert. Das funktionierte nicht.“ Beim Gründercoaching lernte er auch eine Menge über Netzwerke, erfuhr vom Open Coffee Club, den er ein paar Mal besuchte, und machte sich mit anderen Gründern bekannt. Der Kontakt zu einem Ingenieurbüro, das sich mit Energieberatung beschäftigt, brachte den Wendepunkt in seiner Firmenphilosophie. „Das Büro suchte noch einen Elektriker“, erzählt Uwe Twardokus. Im Gespräch ging es um Möglichkeiten der Nutzung von LED und die damit verbundene Energieeinsparung.

„Bis zu diesem Gespräch hatte ich mich mit dem Thema noch nicht ernsthaft beschäftigt“, gesteht er rückblickend. Als er dann noch einen Hersteller von LED-Leuchtmitteln kennenlernte und mit ihm über Leuchtwände fachsimpelte, war das Feuer entfacht. „Ich las alles, was ich zu dem Thema finden konnte und war mehr und mehr davon überzeugt, dass das die Lichtquelle der Zukunft ist“, erzählt der Unternehmer. Schließlich könne man mit LED-Technik Stromkosten sparen und das sei in einer Zeit, in der die Energiekosten explodieren, sowohl für private als auch für gewerbliche Kunden wichtig.

Um aber richtig durchstarten zu können, brauchte er Geld für Investitionen. Mit seiner Begeisterung für die neue Idee, konnte er zwei Bekannte mitreißen. Gemeinsam gründeten sie im Mai dieses Jahres die elektro-clean GmbH – Nachfolgerin seiner „Ein-Mann-Firma“. „Schwerpunkt unserer Arbeit sind nun der Vertrieb und die Verarbeitung von LED-Technik“, sagt der 39-Jährige, betont aber gleichzeitig, dass alle Elektroinstallationsleistungen, die er vorher angeboten habe, natürlich bestehen bleiben. Der Einsatz von Leuchtdioden rentiert sich besonders dort, wo Licht lange brennen muss, beschreibt er sein Arbeitsfeld. Als Beispiele nennt er Verkaufsmärkte, Banken und Einrichtungen mit Besucherverkehr. Die Investition in LED-Technik könne sich schon nach ein bis zwei Jahren rentieren, rechnet er seinen Kunden vor. Zu ihnen gehört neben Fleischerei und Bäcker, Bürohaus und Tennishalle auch das AOK-Service-Center in Ueckermünde. Aber auch in privaten Haushalten lohne sich ein Wechsel, ist er sich sicher, deshalb habe er bei sich Zuhause „fast überall umgerüstet“. Wenn Uwe Twardokus einen Auftrag akquiriert, macht er seinen Kunden nicht nur ein Angebot auf einem Blatt Papier. „Ich fahre zu den Kunden in unserer Region und teste anhand unserer Musterleuchten die beste Variante“, erklärt er. Besonders stolz sind er und seine zwei Gesellschafter, dass sie eine eigene Leuchtenserie haben, die im Namen der „elektro-clean GmbH“ produziert wird. Manchmal kann er es gar nicht fassen, was er in so kurzer Zeit geschafft hat. Doch ausruhen kann der engagierte Unternehmer nicht. Er blickt voller Zuversicht in die Zukunft und arbeitet bereits an einer neuen Idee: einen Showroom in seiner Heimatstadt, wo er alle Produkte zeigen will.

www.elektro-clean.de