Golfen in MV immer beliebter:

Abschlag frei!

Das elegante Hobby auf dem Grün gilt nicht unbedingt als Volkssport. Erlebnistage in den Golfclubs der Region sollen das ein bisschen ändern.

Golf-Pro (Professional) Sascha Ludwig zeigt auf dem Golfplatz von Groß Nemerow den richtigen Schwung.
Diekhoff Golf-Pro (Professional) Sascha Ludwig zeigt auf dem Golfplatz von Groß Nemerow den richtigen Schwung.

„Golf hat ein Imageproblem.“ Das ist vielleicht nicht unbedingt der Satz, den man auf einer Internetseite erwartet, die Werbung für das Golfen in Mecklenburg-Vorpommern machen soll. Aber er steht da, bei golfen-mv.de, gefolgt von der Ankündigung, dass diesem Imageproblem abgeholfen werden soll. Unter anderem mit Golf-Erlebnistagen, so wie am Sonntag auf dem Golfplatz von Groß Nemerow bei Neubrandenburg.

Dort ist auch Ruth Egbert vom Golfclub Mecklenburg-Strelitz zu finden, die eigentlich nicht von einem Imageproblem reden kann, sondern vielmehr davon, dass der Golfsport gerade einen Aufschwung erlebt wie Tennis zu den aktiven Zeiten von Steffi Graf und Boris Becker. Vielleicht sogar noch einen größeren: Mit rund 15 000 Mitgliedern hat der Golf-Verband des Landes ungefähr drei Mal so viele Mitglieder wie der Tennisverband.

Ohne Platzreife geht’s nicht

Allein der Golfclub Mecklenburg-Strelitz zählt etwa 650 Mitglieder, wovon allerdings nicht wenige sogenannte Fernmitglieder sind. Das bedeutet, dass sie ihren Beitrag zwar in der Mecklenburgischen Seenplatte bezahlen, aber ganz woanders wohnen sind – wo die Beiträge wesentlich höher liegen.

Denn natürlich spielt die Frage nach dem Geld beim Ansehen des Sports eine Rolle. Verglichen mit den Angaben von Ruth Egbert gibt es jedoch sicher Hobbys, die wesentlich teurer sind. Einer der größten Posten ist dabei der Mitgliedsbeitrag, aber ohne den geht es nicht. Nur die Mitgliedschaft in einem Verein und die Platzreife – eine Spielerlaubnis – ermöglicht das Bespielen der wirklich guten Plätze.

Golfanlagen als Wirtschaftsfaktor

Allein in MV gibt es im Moment 17 Golfplätze. Sie sind quasi der Grund, auf dem die Marke „Golfland MV“ stehen soll, mit der auch Touristen ins Land gelockt werden sollen. Nach Angaben des Landesverbandes gab es im Jahr 2014 etwa 400 000 Übernachtungen von Golfern, und fast jede zweite Runde wurde von Urlaubern gespielt.

Ruth Egbert vom Golfverein Mecklenburg-Strelitz kann diesen Trend durchaus bestätigen. Auch sie selbst würde ihr Urlaubsziel danach auswählen, ob dort Golf gespielt werden könne. Damit sehen sich die Golfanlagen im Land durchaus als Wirtschaftsfaktor, der auch Arbeitsplätze schafft, da diese Anlagen ja auch gepflegt und betreut werden müssten.

Mit solchen Aktionen wie dem Erlebnistag oder auch dem kostenlosen „Schnuppergolfen“ in Groß Nemerow an jedem Mittwochabend unter der Anleitung von Profi Sascha Ludwig sollen allerdings besonders Mitglieder aus der Region gewonnen werden, die sich dann auch aktiv am Vereinsleben beteiligen können. Dazu gehören auch und vor allem die vielen Turniere, bei denen es laut Ruth Egbert „immer lustig“ zugeht.

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