Bergtour in MV:

Ein Servus vom „Dach“Mecklenburg-Vorpommerns!

Was unternehmen Menschen nicht alles, um sich mal zu verausgaben. Bergsteigen zum Beispiel. Auch unser Bundesland bietet dafür eine herrliche Möglichkeit, die alles hat, was Alpinisten schätzen.

Für alle die ihren Trekkingrucksack für die Besteigung des Helpter Bergs packen wollen: Seile und Steigeisen braucht es auf dem Weg zum höchsten Punkt Mecklenburg-Vorpommerns nicht.
Silvio Witt Für alle die ihren Trekkingrucksack für die Besteigung des Helpter Bergs packen wollen: Seile und Steigeisen braucht es auf dem Weg zum höchsten Punkt Mecklenburg-Vorpommerns nicht.

„Grüß Gott aus München!“ Da steht er – der Beweis. Der Beweis, dass es dieser Gipfel in sich haben muss. Doch nicht nur alpine Münchener verewigten sich im Gipfelbuch des höchsten Berges Mecklenburg-Vorpommerns. Schulklassen der näheren Umgebung verbrachten einen ganzen Wandertag „hier oben“, Senioren unternahmen kleine Pilgertouren, Radfahrer testeten die Geländegängigkeit ihrer Mountainbikes und fast jeder hinterließ seine Spuren auf den klammen Seiten, die sich in einem Kästchen am Gipfelkreuz des Helpter Bergs verbergen. Da geht es dann auch schon mal patriotisch zu, etwa wenn Michael konstatiert: „Wir haben es geschafft!“, oder ein Wanderer aus Speyer erschöpft kritzelt: „Nach einigem Suchen doch noch den Gipfel erreicht!“ In Stein meißeln sollte man die Worte zweier „Gipfelstürmer“ aus Groß Nemerow: „Jeder anständige Norddeutsche sollte einmal hier gewesen sein.“ Recht haben sie, schließlich können die Schleswig-Holsteiner nur mit dem 168 Meter hohen Bungsberg aufwarten. Von Hamburg und Bremen ganz zu schweigen …

Die Energie in den Waden spüren wie Messner & Co.

Doch was macht die Magie dieses 179-Meter-Brockens aus? Wer dies herausfinden möchte und die Energie in den Waden spürt, wie einst Reinhold Messner und Edmund Hillary in ihren besten Zeiten, der muss sich auf eigene Faust dieser größten Herausforderung im Land stellen. Wanderer mit reichlich Zeit im Gepäck dürfen von Woldegk aus gern zu Fuß starten. Eine kleine geteerte Straße führt über knapp zwei Kilometer zum Basislager am Fuße des Berges. Hier findet man in der Not Schutz vor Föhnwinden und Hunger. Natürlich nur, wenn man den Rucksack selbst gefüllt hat. Bewirtschaftete Almhütten oder gar Après-Ski-Gaudi am Helpter Berg? Fehlanzeige! Dafür gibt es eine Ruhe, die nur mit himmlisch zu bezeichnen ist. Ganz klar, man ist dem Himmel hier ja auch ein wesentliches Stück näher.

Wer nun zum Gipfel möchte, der sollte sich an grünen Schildern orientierten. Anfangs ist das noch kein Problem. Doch später stellt einen das grüne Schild auf bemoosten Bäumen schon vor einige optische Herausforderungen. Ein kleiner Tipp: So lange kein Schild auftaucht – immer geradeaus gehen, dann kommt man auf jeden Fall auf das „Dach“ Mecklenburg-Vorpommerns.

Nach zehn Minuten Wanderung vom Basislager hat man den Waldgürtel erreicht. Nun heißt es: Mückenspray auspacken und Kräfte sammeln. Jetzt geht es nur noch bergauf. Für diejenigen, die keine Wanderfreunde sind und den Mitstreitern schon mit Nörgeleien und Fragen nach der Restdauer des Aufstiegs in den Ohren liegen, wurde am Fuße des Berges ein Kreuz aus Birkenstämmen gezimmert. Hier können sie also gefälschte Gipfelfotos machen oder warten, bis die Hartgesottenen zurück sind.

Durch dichtes Nadelholz und gesunden Mischwald geht die Wanderung weiter. Wer sich etwas mehr auspowern möchte, kann die Strecke gern im Laufstil absolvieren. Da purzeln die Pfunde, jedoch geht der Waldeindruck verloren. Den kann man dann auf voller Höhe auch voll und ganz genießen, denn das Gipfelkreuz ist komplett von Bäumen umgeben – Fernblick ade. Dafür gibt es eine Bank, um Rast zu machen und sich von den rund 30 Minuten Bergsteigen nach mecklenburgischer Art zu erholen. Gut, vielleicht sind die Bayern dann doch eher ein Bergvölkchen, aber unser „Dach“ ist ein Naturparadies, das jeder ganz ungestört für sich entdecken kann – und das wird hoffentlich so bleiben. Grüß Gott!

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