So schädigen Flugreisen das Klima:

Ferienspaß mit Nebenwirkungen

Nordsee toppt Südsee als Ferienziel – zumindest in Sachen Klimaschutz.  Welche Schäden dabei entstehen können, hat Torsten Holtz zusammengefasst.  

Fliegen bringt Urlauber schnell ans Ziel – doch die Umwelt dankt es, wenn Reisende andere Verkehrsmittel nutzen.
Daniel Reinhardt Fliegen bringt Urlauber schnell ans Ziel – doch die Umwelt dankt es, wenn Reisende andere Verkehrsmittel nutzen.

Ich fliege in den Urlaub – ein Problem?

Ja, durchaus. Fliegen ist die klimaschädlichste Art, sich fortzubewegen. Schon mit einem Flug nach Teneriffa verursacht ein Passagier nach Berechnungen des Naturschutzbunds Deutschlands deutlich größere Klimaschäden, als wenn er ein ganzes Jahr lang Auto fährt.

Um welche Schäden geht es?

Die Turbinen pusten viel Kohlendioxid und Stickoxide in die Luft, die den Treibhauseffekt befördern und die Atmosphäre aufheizen. Hinzu kommen Kondensstreifen und Aerosole wie etwa Ruß, die ebenfalls verhindern, dass Wärme vom Boden in den Weltraum zurückgestrahlt wird. Mit einer einzigen Flugreise können 2000 bis 6000 Kilogramm klimaschädliches CO2 freigesetzt werden, wie das Umweltbundesamt vorrechnet.

Drängt das Problem?

Rund 26 000 kommerzielle Flugzeuge düsen um die Erde, weltweit gibt es knapp 3900 Flughäfen. Und der Luftverkehr wächst weiter: Der Airlineverband IATA erwartet, dass die Passagierzahlen weltweit in diesem Jahr um gut sechs Prozent zulegen. Dank des niedrigen Ölpreises ist Kerosin für die Airlines recht billig zu haben, was zumindest teilweise auch die Ticketpreise drückt. Das dürfte nach Einschätzung von Branchenexperten die Nachfrage zusätzlich befeuern.

Was könnte die Politik tun?

Umwelt- und Verkehrsverbände fordern eine europaweite Abgabe auf klimaschädliche Emissionen durch Flugzeuge, abhängig von der Strecke. Ersatzweise könnte nach Ansicht des „Arbeitskreises Flugverkehr“ der Luftverkehr in den Emissionshandel einbezogen werden, damit würde für „Verschmutzungsrechte“ Geld fällig. Zudem fordert die Initiative, dass in Deutschland eine nationale Kerosinsteuer erhoben wird, als Vorstufe einer europaweiten Kerosinsteuer. Ebenso müsse die Umsatzsteuerbefreiung im europäischen Flugverkehr ein Ende haben.

Was kann der Einzelne tun?

Das Bundesumweltministerium empfiehlt: „Fliegen Sie seltener, bleiben Sie länger vor Ort.“ Auch manche Reisewünsche seien zu hinterfragen, meint das Umweltbundesamt. „Auch in Europa gibt es mehr spannende Sehenswürdigkeiten und Reiseziele, als wir in unserem Leben jemals entdecken können.“ Busse, Bahnen oder auch das Fahrrad sind dabei zu bevorzugen, raten Umweltverbände. Denn: Allein 20 Millionen Passagiere sind 2015 innerdeutsch geflogen.

Geschäftsreisenden rät das Umweltbundesamt zu Videokonferenzen, die viele Flugreisen überflüssig machen können.

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